Auswertung

Ein Drittel der Macwelt-Leser wollen einen Jailbreak

28.11.2012 | 13:53 Uhr | Halyna Kubiv

Auf den ersten Blick scheint es alles einfach: mit der sechsten Version seines mobilen Betriebssystem hat Apple fast alle Nutzer-Wünsche erfüllt. Die hitzige Diskussion der letzten Jahre über den „goldenen Käfig“ wäre somit beerdigt. Doch weit verfehlt, wie die Abstimmung unserer Leser zeigt.

Die Frage von letzter WocheWer braucht noch Jailbreak? “ ist quasi ein Nicht-Thema ohne wirklichen Aktualitätsbezug. Wer aber schon länger die Entwicklung des iOS und den dazugehörenden Jailbreaks beobachtet, dem fällt schnell auf, dass diesmal das Aufbrech-Tool der freien Entwickler-Gemeinde besonders lange auf sich warten lässt. Zwar tauchen im Netz immer wieder Berichte über fast finale Versionen und Beweisbilder auf, dass der Jailbreak auf einem konkreten iPhone laufe, doch die Tatsache bleibt – die neueren Chips von Apple sind bis jetzt unantastbar. Dies spricht für die neuen Verbesserungen in Fragen Sicherheit bei iOS 6. Nach eigenen Angaben hat Apple über 200 kleinere und größere Sicherheitslücken geschlossen. Das Interesse an alternativen Lösungen auf dem iPhone bleibt trotz aller Verbesserungen und  neuen Funktionen immer noch groß. Rund ein Drittel unserer Leser hat übers vergangenen Wochenende abgestimmt, dass man auf den funktionierenden Jailbreak immer noch warte. Insgesamt haben an der Umfrage rund ein Tausend Leser teilgenommen: 309 sprechen sich für einen Jailbreak aus, 667 dagegen.

Der relativ hohe Anteil der Pro-Jailbreaker wirft die Frage auf, warum diese alternativen Lösungen immer noch eine Rolle für die Nutzer spielen? Derzeit erlaubt iOS fast jede erdenkliche Einstellung, alles andere kann man sich aus dem App Store herunterladen. Doch bei Jailbreaks geht es nicht nur um technische Finessen, sondern auch ums Prinzip. Vereinfacht gesagt kann man mit entsperrten iPhone Funktionen ausprobieren, die Apple vielleicht erst in die nächste iOS-Version einbaut. So war es mit Multitasking, das erst mit iOS 4 unterstützt wurde, oder App-Ordnern, die Jailbreak-Nutzer bereits viel früher anlegen konnten, als das iOS erlaubt hatte. So könnte man den Cydia Store als alternative Ideen-Quelle für die nächsten iOS-Funktionen sehen. Zudem ist die Entwickler-Gemeinde nicht an Verträge gebunden, die Apple mit bestimmten Anbietern geschlossen hat. Bis zu iOS 6 war die Nutzung des persönlichen Hotpots an den konkreten Vertrag mit dem Mobilfunkanbieter gebunden, nur die verhältnismäßig teuren Tarife der Telekom boten die Option zum Tethering. Technisch gesehen konnte aber jedes iPhone unabhängig des Vertrags die mobile Netzverbindung für die anderen Geräte herstellen. Und so ist es kein Wunder, dass die App MyWi zu den beliebten im Cydia Store zählte, obwohl sie 20 US-Dollar kostete.

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