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BIOS gegen EFI

17.04.2007 | 17:34 Uhr |

Mehr Kerne statt höhere Taktfrequenzen - das ist im Wesentlichen die Strategie, mit der Intel das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends überschreibt und die auch darüber hinaus für immer mehr Rechenleistung sorgen soll.

Microsoft hat sich bislang nicht als Freund von EFI gezeigt: Für Windows XP wolle man keinen EFI-Support entwickeln, für Windows Vista nur in der 64-bit-Variante, irgendwann einmal. Was den meisten Anwendern egal war, hätte für Anwender von Intel-Macs bedeutet: weiterhin kein Windows nativ auf Macs. Dass es anderes gekommen ist, verdanken sie Apple. Mit Boot Camp hat Apple eine BIOS-Emulation für das EFI entwickelt, um so trotzdem XP auf Macs nutzbar zu machen. Für PC-Benutzer können jetzt ähnlich fortschrittliche Zeiten anbrechen, wenn mehr Hardware-Hersteller dem Ruf Intels folgen und den etwas weiterentwickelten EFI-Nachfolger Unified EFI einsetzen. Mit UEFI sind auch die etablierten BIOS-Hersteller an Bord und nicht allein Intel bestimmt die Entwicklungs- und Marschrichtung des BIOS-Erben. Zur Tagung in Peking kündigen die Großen der Branche nun alle ihre eigenen UEFI-Lösungen an, berichtet das APC Magazin und hatte bereits am Tag zuvor den richtigen Riecher : Die Keynote zum IDF sollte ganz im Zeichen des BIOS-Nachfolgers stehen. Der Vorteil des Bootmanagers der neuen Generation ist insbesondere sein junges Alter. Die BIOS-Technologie ist mittlerweile 22 Jahre alt, macht keinen Gebrauch von den grafischen Fähigkeiten moderner Hardware und ist überaus kompliziert in der Handhabung - von 64-bit-Fähigkeit keine Spur. EFI hingegen ermöglicht - wie Apple es mit Boot Camp vormacht - den Start unterschiedlicher Systeme ohne Boot-Loader. Viel wichtiger allerdings sind die Netzwerkfähigkeiten der Fundamental-Software und die Integration von Hardware-Treibern, wie sie Mac-Anwender bereits mit Open Firmware auf PowerPC-Systemen kennen. So können, wie das chinesische Hardware-Unternehmen Great Wall auf der IDF-Keynote demonstriet hat, auch Sicherheitsfeatures unabhängig vom Betriebssystemstart implementiert werden: Die Firma zeigte einen "Security PC", der noch vor dem eigentlichen Systemstart die Benutzerautorisierung über einen Fingerabdrucksscanner verlangte.

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