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Back for good

31.01.2007 | 16:33 Uhr |

So kann man Sicherheitsprobleme auch lösen. Verbittert stellen viele Anwender von Intel-Macs fest, dass mit dem AirPort-Extreme-Update aus der vergangenen Woche drahtlose Netzwerkverbindungen alles andere als zuverlässig arbeiten. Dabei sollte das Update bloß ein Leck schließen, das der Monat der Apple-Bugs (MoAB) gemeldet hat. Vielerorts ist die Verbindung zu WLAN-Stationen gar nicht mehr möglich. Aber es gibt Abhilfe.

Es ist immer wieder dieselbe Fehlerbeschreibumg: Die Verbindung zwischen Intel-Mac und Basis-Stationen sind gestört, insbesondere WLAN-Routern, die nicht aus dem Hause Apple stammen. Mal kann sich der Anwender gar nicht verbinden, mal gelingt der Verbindungsaufbau, dann aber fällt die Verbindung in sich zusammen - und nach dem Aufwachen eines MacBooks oder MacBooks Pro findet das Notebook das Funksignal nicht wieder. Manche Macs behaupten nach dem Update sogar, es wäre keine AirPort-Karte vorhanden, können aber trotzdem drahtlos surfen. Drei Problemlösungen haben die Tüftler von MacFixIt.com ausgearbeitet: Sicherstellen, dass sich das Programm "Internet-Verbindung" tatsächlich im Ordner "Programme" befindet, eventuell bestimmte Voreinstellungs-Dateien löschen - und wenn auch das nichts nützt, dann hilft häufig die manuelle Installation eines älteren AirPort-Treibers. Zunächst aber ein paar allgemeine Tipps, denn nicht immer ist die AirPort-Karte im Mac der Schuldige. Starten Sie bei Verbindungsproblemen den Router neu; das Ab- und wieder Anstecken des Stromkabels führt nicht unbedingt zum gewünschten Ergebnis, häufig muss man die Netzwerkzentrale über die Web-Admin-Oberfläche neu starten. Dies setzt dann fast immer eine Kabelverbindung zwischen Mac und Router voraus. In der Praxis zeigt sich zudem das Abschalten der SSID-Austrahlung als wenig hilfreich. Hieß es früher noch aus Sicherheitsgründen, man solle bloß nicht den Netzwerknamen in die Nachbarschaft herausschreien, lösen sich viele Verbindungsprobleme mittlerweile, wenn SSID-Broadcast eingeschaltet ist und man eine gute Verschlüsselung nutzt (WPA). Angreifer von außen spüren ein Funknetz auch dann auf, wenn es die SSID nicht ausstrahlt. Einige geplagte Anwender schwören auch darauf, dem WLAN-Router einfach einen anderen Namen (SSID) zu geben. Zwar müssen dann alle Teilnehmer sich neu in das Netz mit Benutzernamen und Kennwort einbuchen, diese Prozedur läuft aber schneller ab, als an den betroffenen Macs sämtliche Voreinstellungen zu überprüfen und zu ändern.  

Lösung 1: "Internet-Verbindung" muss im Ordner "Programme" liegen

Gerade die System-eigenen Programme reagieren verschnupft, wenn sie aus dem Ordner "Programme" an eine andere Stelle bewegt werden. Sollten Sie das etwa 1,8 MB große Programm an eine andere Stelle verschoben haben, dann legen Sie das Original wieder zurück. Eventuell stoßen Sie dabei auf eine verstümmelte Version desselben Programms (ca. 150 kB), die sich im Übrigen weigert zu starten. Ersetzen Sie diese durch das Original und installieren Sie eventuell das AirPort Extreme Update 2007-001 erneut. Starten Sie Ihren Mac neu.  

Lösung 2: Löschen von Voreinstellungsdateien

Ein echter Klassiker: Nach Updates kann es durchaus vorkommen, dass vorhin noch zuverlässige Voreinstellungen auf einmal nicht mehr funktionieren. MacFixIt.com rät dazu, diese Dateien aus der Library des eigenen (und eventuelle anderer) Benutzerordners zu löschen: com.apple.internetconfig.plist com.apple.internetconfigpriv.plist com.apple.internetconnect.plist Starten Sie danach Ihren Mac neu und richten Sie ihre Internetverbindung neu ein.  

Lösung 3: manuelle Installation des "alten" AirPort Extrem-Treibers

Das ist nichts für Ängstliche, denn hier verändern Sie das System. Führen Sie diesen Eingriff falsch aus, besteht die Möglichkeit eines defekten Systems und Sie müssen Mac OS X komplett neu installieren! Für diesen Eingriff benötigen Sie (a) Administratorenrechte, denn Sie werden mehrmals nach Ihrem Passwort gefragt, (b) die Shareware Pacifist , um gezielt Systembestandteile aus Installationspackages zu extrahieren und (c) das aktuelle Mac OS X 10.4.8 Update (Intel) . Pacifist kostet 20 US-Dollar, kann aber mehrmals in vollem Umfang "ausprobiert" werden. Installieren Sie das Update Mac OS X 10.4.8 nicht, sondern ziehen Sie es auf das Programmsymbol von "Pacifist". Klicken Sie auf das Listendreieck links neben dem Eintrag "System", wiederholen Sie diese Schritte an dann sichtbar werdenden Einträgen "Library" und "Extensions". Finden Sie in "Extensions" die Datei namens "IO80211Family.kext" und bewegen Sie sie an einen anderen Ort, zum Beispiel auf Ihren Schreibtisch. Finden Sie nun auf Ihrer Startfestplatte in /System/Library/Extensions die gleichnamige Datei "IO80211Family.kext" und bewegen Sie diese an einen anderen Ort, nicht aber auf den Schreibtisch. Später können Sie diese Datei löschen oder bei Nichterfolg wieder zurück an Ihren ursprünglichen Platz legen. Bewegen Sie nun die vorhin isolierte Datei vom Schreibtisch in den Extensionsordner des Systemlibrary. Starten Sie Ihren Mac umgehend neu. Mit dem oben beschriebenen Prozedere haben Sie den neueren AirPort-Treiber gegen die Vorversion ersetzt. Damit lösen Sie möglicherweise das Ursprungsproblem, verzichten aber gleichzeitig auf die erhöhte Sicherheit, die das aktuellste Update versprach. Wenn Ihre drahtlosen Netzwerkverbindungen wieder funktionieren, dann prüfen Sie die Angebote der systemeigenen Software-Aktualisierung gründlich. Andernfalls laufen Sie Gefahr, bei einem Mac-OS-X- oder AirPort-Update wieder einen für Ihr System unzuverlässigen Treiber zu installieren. In diesem Falle müssten Sie alle Schritte der Lösung 3 wiederholen.

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