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Das ABC des Macintosh - T wie Time Machine

15.09.2008 | 10:46 Uhr |

In der letzten Folge haben wir uns angesehen, wie sich Apple mit dem Leoparden durch den Raum bewegt. Heute fügen wir die vierte Dimension hinzu, die Zeit. Mit Time Machine entfallen die letzten Ausreden, keine Backups anzulegen.

Icon Timemachine Time Machine 10.5
Vergrößern Icon Timemachine Time Machine 10.5

Mit Zeitreisen ist das so eine Sache, werden sie nun je möglich sein oder nicht? Sowohl Relativitätstheorie als auch Quantenmechanik verbieten Zeitreisen nicht, alle Gesetze und Formeln dieser Teilbereiche der Physik sind zeitsymmetrisch. Das heißt: Anders als etwa in der Thermodynamik, die feststellt, dass mit der Zeit die Entropie in einem geschlossenen System stets zunimmt, sind die Gleichungen von Relativitätstheorie und Quantenmechanik auch für eine hypothetisch rückwärts laufende Zeit gültig. Warum hat man dann noch keine Zeitreisenden aus der fernen Zukunft beobachtet, ist das nicht etwa ein Beweis für die Unmöglichkeit von Zeitreisen? Jetzt wird es schwierig und spekulativ. Sicher, Zeitreisende könnten sehr wohl unter uns sein, so gut getarnt und abgeschirmt von uns, dass sie nicht mit uns interagieren und ihre Geschichte ändern können, sonst könnten sie sich in einem Paradoxon gefangen sehen. Eine andere Spekulation: Zeitreisen sind nur in geschlossenen Schleifen möglich. Wenn es Zeit-Physikern der Zukunft gelingen könnte, durch Manipulation des Raumes durch die Zeit zu reisen, ginge das erst nur mal nach vorne und dann wieder zurück. Das heißt, dass wir erst dann Zeitreisende aus der Zukunft empfangen könnten, wenn es uns gelingt, vorwärts in der Zeit zu springen. Der Weg in die eigene Vergangenheit ist verbaut. Schade. Da würden wir doch gerne einiges ändern.

Apples Time Machine funktioniert nicht anders, wenn auch unter umgekehrten Vorzeichen. Reisen in die Zukunft sind mit der in Mac-OS X 10.5 integrierten Backupsoftware natürlich nicht möglich, wäre ja auch zu schön, mal eben auf der Festplatte von in zwei Stunden nachzusehen, wie denn der Text hier geworden sein wird. Rückwärts geht aber wunderbar, Daten aus der Vergangenheit lassen sich mit einem Klick zurück in die Gegenwart holen. Der Haken dabei: So wie die Zeitmaschine einen Startpunkt hat, vor dem keine Zeitreisen in die Zukunft möglich sind, hat Time Machine eine absolute Schranke in der Vergangenheit. Weiter zurück als bis zum ersten mit Time Machine angefertigten Backup geht es nicht.

Der kluge Macianer hat aber schon vor Erscheinen von Mac-OS X 10.5 regelmäßig Backups angefertigt und holt sich Daten aus der Zeit vor dem Leoparden auf herkömmlichem Wege zurück, werden diese benötigt. Das passiert ohnehin selten, meist benötigt man nach versehentlichem Löschen oder einem Festplattencrash die Daten von vor einer Stunde, von gestern oder vom letzten Montag. So ist die Vorgehensweise von Time Machine, bei sich allmählich füllender Backup-Platte zunächst die ältesten Sicherungskopien zu löschen, durchaus korrekt. Ärgerlich ist jedoch der Umstand, dass sich Time Machine bei technischen Problemen erst nach zehn Tagen meldet und das Fehlen von Backups anmahnt. Dann kann es längst zu spät sein. So elegant und charmant Apple das Problem Backup mit Time Machine gelöst hat, zu verbessern gibt es immer noch etwas. Wie der Mac-Hersteller das bewerkstelligt, zeigt die Zukunft, über die wir nach wie vor nur spekulieren können.

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