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Bandbreite soll an der Börse gehandelt werden

30.06.2008 | 16:58 Uhr |

Ein UN-Sekretär schlägt vor, dass Provider Bandbreite in Zukunft wie Rohstoffe an der Börse handeln sollen. Dies soll Engpässe und Überkapazitäten ausgleichen.

Geht es nach Hamadoun Touré, einem Sekretär der ITC, einer Organisation der Vereinten Nationen, sollen Telekommunikationsunternehmen in Zukunft mit Kapazitäten handeln. Die Idee liegt nicht so fern. Es gibt den Handel mit Strom, CO2-Zertifikaten, Erdöl oder Unternehmensanteilen. So könnten die Unternehmen nach der Vorstellung von Touré zusätzliche Bandbreite einkaufen, wenn es mal knapp wird oder mit dem Verkauf von Bandbreite zusätzliche Einnahmen machen.

Dies könnte für Internetanbieter, Handynetze, Satellitenverbindungen oder andere Kommunikationsdienste gelten. Dies würde laut Hamadoun Touré die Effizienz erhöhen und die Preise reduzieren. Zudem könnten Netzkapazitäten, beispielsweise im Vergleich zu Afrika, gerechter verteilt werde, sagte der Sekretär der New York Times . Ein derartiges System würde es nach Meinung des UN-Funktionärs auch attraktiver machen, in Ländern mit schwacher Infrastruktur zu investieren. Er vergleicht die Verteilung von Kommunikationsstrukturen mit der Nahrung: "Es gibt nicht zu wenig zu essen, es liegt an der Verteilung".

Touré selbst ist sich bewusst, dass seine Vorstellung derzeit schwer umzusetzen ist. Es sei ein Traum und wird deshalb möglicherweise nie umgesetzt. Stattdessen könnte er sich vorstellen, eine Echtzeit-Datenbank einzurichten, die den weltweiten Datenverkehr darstellt. Dies könnte zeigen, wo investiert werden muss und wo Überkapazitäten sind. "Es gibt viele Megabytes, die in Gegenden liegen, wo sie nicht gebraucht werden. Es wäre gut, dies besser nachvollziehen zu können".

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