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Bastelt IBM für Microsoft an MS-Office für Linux?

17.02.2004 | 16:38 Uhr |

Eine Aussage von Stefan Pettersson, seines Zeichens Technischer Manager von IBMs Lotus-Abteilung in Schweden sorgte gestern für Aufruhr.

Petterson behauptete, dass man an einer Portierung von Microsoft Office für Linux arbeite. Pettersson zufolge passiere dies im Einvernehmen mit Microsoft, das IBM angeblich dafür Einblick in den Quellcode von MS-Office gibt. Dies würde allerdings sofort von einem schwedischen MS-Sprecher dementiert. Dessen etwas seltsame Behauptung, dass eine Portierung von MS-Office für Linux "gar nicht möglich" sei lässt allerdings an der Glaubwürdigkeit zweifeln, denn unmöglich ist schliesslich in der Computerwelt fast gar nichts, vor allem keine Portierung auf ein anderes System. Der MS-Sprecher sagte weiterhin, dass IBM da wohl eine Emulation bastelt.

Pettersson erklärte außerdem, dass IBM eine Linux-Version von MS-Office schon allein für die firmeninterne Umstellung aller Desktops auf Linux brauche. Warum man sich dann nicht -wie bei Linux selbst- lieber am Community-Entwicklungsprozess beteiligt und OpenOffice weiterentwickelt ist allerdings fraglich, denn die Linux-Portierung der ganzen MS-APIs und MS-Frameworks auf denen MS-Office aufsetzt ist sicherlich aufwendiger als ein schon unter Linux funktionierendes Produkt mit ein paar besseren Dateifiltern und gewünschten Funktionen zu erweitern. Es hat wohl seine Gründe, warum MS-Office auf dem Mac (wie seinerzeit der Internet Explorer auch) eine völlig andere Code-Basis hat als MS-Office und IE für Windows.

Laut Pettersson ist der Grund, dass IBM von MS-Office einfach hellauf begeistert ist und dass Sun (Staroffice) "zu klein" sei. Angesichts von IBMs Zusammenarbeit mit RedHat und der Tatsache, dass Sun im Servermarkt in derselben Liga wie IBM selbst spielt wirkt diese Aussage allerdings etwas absurd. Eventuell ist noch nicht bis nach Schweden durchgedrungen, dass OpenOffice von Sun selbst komplett unabhängig ist und dass Staroffice nur Suns Version von OpenOffice ist, ähnlich dem Verhältnis Mozilla- und Netscape-Browser.

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