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Batterien aus Elektroautos sollen für stabiles Stromnetz sorgen

22.01.2015 | 15:55 Uhr |

Bosch, BMW und Vattenfall betreiben in Hamburg gemeinsam ein Projekt namens Second Life Batteries: Gebrauchte Batterien aus Elektrofahrzeugen werden in Hamburg zu einem großen Stromspeicher zusammengeschaltet. Dessen Energie soll binnen Sekunden zur Verfügung stehen und dabei helfen, das Stromnetz stabil zu halten.

Das Projekt „Second Life Batteries“ funktioniert folgendermaßen: BMW liefert dafür Batterien aus seinen Elektrofahrzeugen ActiveE und i3. Vattenfall (der Energiekonzern Vattenfall verklagt derzeit die Bundesrepublik Deutschland auf mehrere Milliarden Euro Schadenersatz wegen des Atomausstiegs) betreibt den damit erstellten Strom-Speicher für zehn Jahre auf seinem Gelände. Und Bosch integriert die Batterien und übernimmt die Systemsteuerung. Der Speicher soll Teil eines bereits existierenden virtuellen Kraftwerks von Vattenfall werden. Darin können verschiedene kleine und dezentrale Stromerzeuger zusammengefasst werden, die nach außen aber als gemeinsames Kraftwerk vermarktet werden, wie die drei Unternehmen erklären.

Auch am Ende ihres Lebenszyklus im Elektrofahrzeug haben Lithium-Ionen-Akkus laut Bosch noch immer eine hohe Speicherkapazität. Damit sind sie weiter sehr wertvoll und lassen sich als stationäre Pufferspeicher noch über viele Jahre äußerst effizient nutzen. Die drei Unternehmen sammeln in dem Projekt Erkenntnisse über mögliche Einsatzgebiete für solche Batterien, zu deren Alterungsverhalten und ihrer Speicherkapazität. Der Steuerungsalgorithmus von Bosch soll unter anderem für maximale Lebensdauer und Leistung sorgen.

Erfahrungen damit gibt es bereits: In Braderup nahe Sylt hat Bosch bereits Stromspeicher gebaut, um bei Bedarf die Energie eines Windparks zwischenspeichern zu können. Dafür wurden tausende kleine Lithium-Ionen-Akkus zu einem großen Verbund kombiniert. In Kelsterbach bei Frankfurt hat Bosch nach ähnlichem Muster einen Lithium-Ionen-Speicher für eine Wohnsiedlung installiert. Dieses Wissen kommt auch bei „Second Life Batteries“ zum Einsatz.

Batterien aus Elektroautos sollen für stabiles Stromnetz sorgen
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© Bosch

Kernelement der Energiewende

Stromspeicher gelten als Kernelement der so genannten Energiewende (die die meisten Stromkunden normalerweise auf ihrer Stromrechnung nur an den immer weiter steigenden Preisen erkennen). Sie können Solarstrom am Tag aufnehmen und nachts abgeben – oder Windstrom für die Flaute sichern. So helfen sie dabei, das oft schwankende Angebot der erneuerbaren Energien besser ins Stromnetz zu integrieren. Auch die Elektromobilität könnte davon profitieren, etwa wenn die Fahrzeuge nachts mit Solarstrom geladen werden. Zudem kann ein Speicher seine Energie schnell abgeben, um damit Stromnetze zu stabilisieren – etwa als Teil eines sogenannten Virtuellen Kraftwerks.

Zwei Megawatt Leistung

Zurzeit wird in Hamburg ein Speicher mit einer Leistung von zwei Megawatt und einer installierten Kapazität von zwei Megawattstunden geplant und gebaut. Die Energie soll im Regelenergiemarkt eingesetzt werden und kurzfristige Schwankungen im Stromnetz ausgleichen, wie Bosch erläutert. Dafür würden mehr als 100 Fahrzeug-Batterien zusammengeschaltet. Der ganze Aufbau findet in einem eigenen kleinen Gebäude Platz. Rechnerisch ist die Leistung groß genug, um 30 Vier-Personen-Haushalte für sieben Tage mit Strom zu versorgen, wie Bosch erläutert. Die Partner gehen davon aus, dass der Speicher bis Ende 2015 in Betrieb gehen wird.

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