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Be rudert zurück

27.04.2000 | 00:00 Uhr |

Be ist der ursprünglich von Computer Channel verbreiteten Meldung entgegen getreten, wonach das Unternehmen die Weiterentwicklung des Multimedia-Betriebssystems Be OS einstellen wolle. In einem Artikel des Online-Magazins war Be-Marketingchef Lamar Potts mit den Worten zitiert worden, Be OS solle "noch ein paar Mal aktualisiert" werden, dann zugunsten des auf Be OS basierenden Internet-Appliance-Betriebssystems Be IA eingestellt werden.

Das Unternehmen feuerte nach Erscheinen des Artikels aus allen Rohren Dementis. Potts selbst warf dem Computer-Channel-Reporter in einem Statement auf Be News Unprofessionalität vor und erklärte, seine Äußerungen seien völlig falsch verstanden worden. Eine Be-Pressesprecherin sagte dem Computer Channel, Be werde so lange und so oft weiter entwickelt, wie es der Markt verlange.

Unterdessen präzisierte Computer Channel seinen Bericht dahin gehend, dass Be OS zwar nicht im Wortsinne eingestellt werde, aber die Weiterentwicklung und Vermarktung des Systems laut Potts ausgelagert werde - damit sich die Be-Programmierer auf Be IA konzentrieren könnten.

Be hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres (Januar bis März) einen Verlust von sechs Millionen US-Dollar verbucht. Dies war nach Ansicht von Be-Chef Gassée vor allem darauf zurückzuführen, dass die "Personal-Edition"-Variante des Be OS zuletzt kostenlos abgegeben worden war.

Das Multimedia-Betriebssystem Be OS, zunächst nur auf Power-PC-Rechnern lauffähig, war später auch auf Intel-PCs portiert worden. Es fand wegen seines fortschrittlichen Audio- und MIDI-Supports vor allem bei Musikern und Musik-Softwareherstellern Anklang. Allerdings waren wegen Bes Umschwenken auf die Internet-Appliances-Schiene wichtige Partner abgesprungen, unter anderem Emagic: Die Firma beschloss bereits Anfang April, "die Entwicklungsarbeit für das BeOS auf unbestimmte Zeit einzufrieren". lf

Info: Be, Internet: www.be.com

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