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Studie: Gefahr durch Spionage-Software im Internet stark gestiegen

22.04.2008 | 15:54 Uhr

Die Bedrohung durch Spionage-Software aus dem Internet hat einer Studie zufolge weltweit weiter drastisch zugenommen. Im zweiten Halbjahr 2007 sei die Zahl der durch sogenannte Trojaner und entsprechende Download-Programme infizierten Rechner um 300 Prozent gestiegen, geht aus einer Untersuchung hervor, die der Softwarekonzern Microsoft am Dienstag in London vorstellte.

Finanzielle Bereicherung durch abgegriffene Konto-Daten oder Passwörter ist inzwischen das Hauptmotiv für Angriffe aus dem Netz. "Wir beobachten eine deutliche Zunahme von Daten- und Identitätsklau", sagte Klaus Jansen, Bundesvorsitzender beim Bund Deutscher Kriminalbeamter. Bedrohungen über die Informationstechnologie rückten "immer mehr in den Blickpunkt polizeilicher Fahndungsarbeit".

Trojaner verbreiten sich stärker

In Deutschland liegt der Studie zufolge die Infektionsquote durch Schnüffelsoftware zwar niedriger als im internationalen Durchschnitt - während die USA, China und Großbritannien im internationalen Vergleich die ersten drei Plätze einnehmen, rangiert Deutschland auf Platz sieben. Doch auch hierzulande nimmt die Verbreitung von "Trojanischen Pferden" und "Trojanischen Downloadern" rapide zu, während traditionelle Viren und Würmer an Verbreitung verlieren.

"Trojanische Pferde" sind Programme, die sich als ungefährliche Software tarnen, aber im Hintergrund heimlich eigene Aufgaben ausführen. Der Anteil der "Trojanischen Downloader", also Programmen, die Schad-Software über speziell präparierte Internetseiten auf die Rechner einschleusen, lag in der zweiten Jahreshälfte 2007 bereits bei 51,87 Prozent gegenüber 38,13 Prozent im ersten Halbjahr. "Diese Entwicklung ist besorgniserregend", sagte Jansen.

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