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Beethoven am Apparat

22.05.2006 | 15:17 Uhr |

Klassik ist nach Einschätzung des Mobilfunkanbieters Vodafone als Handyklingelton im Kommen.

Die Musikchefin des Konzerns, Tina Rodriguez, erwartet in den nächsten ein bis zwei Jahren einen deutlichen Schub für Beethoven und Co. bei Klingel- und Freizeichentönen («Ringup-Tones»). «Bisher war hier das Klassikgenre im Vergleich zum Anteil im Tonträgerbereich unterrepräsentiert, aber in jüngster Zeit wächst das Interesse, in diesen Markt vorzudringen», sagte die Musikmanagerin in einem dpa- Gespräch. Rodriguez referiert an diesem Mittwoch an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst über «Musikdownload fürs Handy - auch ein Weg für die Klassik?». Die Musikchefin des nach Marktführer Jamba zweitgrößten Anbieters für mobile Musik in Deutschland sieht keine Schwierigkeiten, Klassikwerke für Klingeltöne wie Popsongs auf eine repräsentative Stelle zu reduzieren. Es gebe zudem bereits Künstler, die gezielt Klingeltöne mit klassischer Musik produzierten. Traditionsreiche Symphonieorchester böten bereits Klingeltöne auf ihren Websites an. Die Vermarktung von Künstlern wie Anna Netrebko, Rolando Villazón oder Martin Stadtfeld im Stil von Popstars bietet nach Ansicht von Rodriguez «auf jeden Fall neue Perspektiven» auch für das Herunterladen von Musik aufs Mobiltelefon. Rasante Fortschritte bei der Speicherkapazität und Übertragungsgeschwindigkeit mobiler Geräte begünstigten die Entwicklung. «Beethovens 9. ist allemal schöner für die Ohren als quakende Frösche», befand Rodriguez. Nach Angaben des Dachverbandes Musikwirtschaft und Veranstaltungstechnik beläuft sich der Umsatz mit Klingeltönen fürs Handy in Deutschland mittlerweile auf eine dreistellige Millionenhöhe. (dpa)

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