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Bericht: Apple teilt Nutzerdaten mit NSA

07.06.2013 | 13:19 Uhr |

Laut einer als geheim eingestuften Präsentation der Sicherheitsbehörde NSA hat die Behörde freien Zugriff auf Apples Server und die Nutzerdaten, die dort gespeichert sind.

Laut eines internen Dokuments der National Security Agency (NSA), dem Militärgeheimdienst der USA, hat die Behörde Zugriff auf Server verschiedener US-Webdienste, darunter auch denen von Apple. Dabei geht es sowohl um Überwachung von Inhalten als auch um Zugriff auf gespeicherte Daten. Betroffen sind Funktionen wie E-Mails, Fotos, Details aus Sozialen Netzwerken, VoIP-Telefonie und einige mehr.

Microsoft (aktueller Slogan: "Ihre Privatsphäre hat bei uns Priorität") war laut der Unterlagen das erste Unternehmen, das seit 2007 Daten an die NSA liefert. Apple ist demnach das jüngste Mitglied der Datenlieferanten und seit Oktober 2012 an die NSA angebunden. Auch Google, Facebook, Skype und Youtube tauchen in der Präsentation der NSA auf. Ziel des "PRISM" getauften Programms sind Nicht-US-Bürger und US-Bürger, die mit Menschen im Ausland kommunizieren.

Eine Folie aus der NSA-Präsentation. Was die Behörde abhört.
Vergrößern Eine Folie aus der NSA-Präsentation. Was die Behörde abhört.
© Washington Post

Aufgedeckt wurde dieses Programm durch einen Leak der internen Präsentation an den britischen Guardian und die Washington Post . James R. Clapper, Direktor der Nationalen Nachrichtendienste, sagt gegenüber der Post: "Die Informationen, die wir über dieses Programm erhalten haben, zählen zu den wichtigsten geheimdienstlichen Auslandsinformationen, die wir sammeln können." Die Berichte in den Medien seien teilweise nicht ganz richtig, sagt Clapper, geht dabei aber nicht auf Details ein.

Die betroffenen Unternehmen dementieren, Nutzerdaten an Behörden zu geben - außer auf konkrete richterliche Anordnung in Einzelfällen. "Wir haben noch nie von PRISM gehört", sagt der Apple-Sprecher Steve Dowling gegenüber der Washington Post. Laut Unterlagen, die der Zeitung vorliegen, ist PRISM inzwischen eine der wichtigsten Datenquellen für die Behörde. Jeder siebte Report basiere auf Daten aus dem Programm.

Nachtrag 10. Juni: Die Washington Post hat ihre Darstellung inzwischen verändert: So ist nicht mehr die Rede davon, dass die Unternehmen vom NSA-Zugriff gewusst hätten. Andere Medien berichten zudem, dass die NSA eventuell keinen direkten Zugriff auf Firmenserver von Internetunternehmen habe, sondern dass PRISM auf Anfragen der NSA an Unternehmen basiere oder Daten nur indirekt abgreift.

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