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Bertelsmann gibt Internet-Buchhandel BOL.de auf

23.10.2002 | 10:43 Uhr |

MÜNCHEN ( COMPUTERWOCHE ) - Der Medienkonzern Bertelsmann stellt seinen hochdefizitären Internet-Buchhandel BOL Deutschland bis Ende des Jahres ein. Für die rund 50 Mitarbeiter in der Münchner Niederlassung soll gemeinsam mit dem BOL-Betriebsrat über einen Sozialplan verhandelt werden, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Die Beschäftigten wurden in der vergangenen Woche über die anstehende Schließung informiert. Betroffen ist auch die virtuelle Niederlassung in der Schweiz, die bislang von den Mitarbeitern aus München betreut wurde.

BOL stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Seitdem der Internet-Buchhandel im Frühjahr 1999 an den Start ging, musste er sich gegen den mächtigen Konkurrenten Amazon behaupten. Während der etwa 3,2 Milliarden Euro umsetzte, erwirtschaftete BOL lediglich 100 Millionen Euro Umsatz. Im Mai 2001 entließ das Online-Kaufhaus ein Viertel der Mitarbeiter in der Münchner Zentrale und schloss unter anderem auch die Länderbüros in Dänemark und Norwegen. Von den ehemals 16 Niederlassungen im Ausland, bleiben nur die in Italien, China und Großbritannien. (km)

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