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Webdesigner im Web 2.0

19.01.2009 | 10:50 Uhr |

Die Goldgräberzeiten im Web sind vorbei. Webdesigner arbeiten unter hohem Konkurrenz- und Preisdruck. Dabei ist die Berufsbezeichnung nicht einmal geschützt. Webdesigner müssen vielseitig und flexibel sein, dabei immer wieder Neues dazu lernen. Ein Berufsporträt.

Erster Blick auf Dreamweaver 4
Vergrößern Erster Blick auf Dreamweaver 4

Als Patrick Dohmen aus Linnich (Nordrhein-Westfalen) Anfang der 90er Jahre als Webdesigner anfing, waren viele Internetseiten noch Bleiwüsten. Für deren Gestaltung reichte es, ein paar HTML-Zeilen schreiben zu können. Heute ist das anders: Online-Plattformen sind im Web 2.0 multimedialer und interaktiver geworden. Das hat auch die Arbeit der Webdesigner verändert. Sie müssen nicht nur Web-Visitenkarten für Firmen layouten, sondern ganze Shop-Konzepte entwickeln. Gerade für freiberufliche Einzelkämpfer ist das oft keine leichte Aufgabe. Gesetzlich geregelt ist der Beruf des Webdesigners nicht: Im Prinzip darf sich jeder so nennen, der Internetseiten erstellt.

Wenig Chancen für Autodidakten

Dennoch sei für Einsteiger heute eine Ausbildung Pflicht, um Erfolg in der Branche zu haben, sagt Hans-Joachim Burkhardt von der Arbeitsagentur in Hamburg. "Früher gab es in diesem Bereich viele Autodidakten - diese Zeit ist aber vorbei."Webdesigner brauchen zum einen technisches Verständnis. Das gilt heute mehr denn je, weil durch neue Progammiertechniken und Breitband-Anwendungen die Anforderungen gestiegen sind. "Da hat sich die Technologie wahnsinnig verändert", sagt Götz Hannemann vom SAE Institut mit Sitz in München, das in mehreren deutschen Städten kostenpflichtige Webdesign-Studiengänge anbietet. Zwar gebe es Editoren, die Designern das Programmieren abnehmen. Solche Programme stießen bei aufwendigen Gestaltungsideen aber an ihre Grenzen.

"Als Webdesigner muss man daher verstehen, was hinter der Editoroberfläche passiert, um richtig damit arbeiten zu können", sagt Hannemann. Einige schrieben den Quellcode immer noch eigenhändig im Texteditor. "Das machen aber nur die ganz Harten." Programmieren zu können ist beim Webdesign nur die eine Seite. Denn dabei geht es um mehr als technische Machbarkeit: Ein zeitraubendes Flash-Intro etwa ist für manchen Experten ein Gräuel. "Das sind Dinge, die die Welt nicht braucht", sagt Patrick Dohmen, der dem Verband Deutscher Webdesigner und Webmaster in Jülich (Nordrhein-Westfalen) vorsteht. Statt derartiger Spielereien stehe heute die Nutzerfreundlichkeit einer Seite stärker im Vordergrund. "Viele Webseiten kranken immer noch daran, dass sie überladen sind. Dabei gilt für die Gestaltung oft: Weniger ist mehr."

Das Web stellt eigene Ansprüche

Das Web stellt zudem ganz eigene Ansprüche an ein Corporate Design: "Was im Printbereich gut ist, funktioniert im Web oft nicht", sagt Dohmen. Webdesigner müssten dabei nicht nur etwas von Typographie und Layout verstehen - auch Farbpsychologie gehöre zu ihrem Metier, ergänzt Hannemann. Viele Firmen wollen heute mehr als eine Web-Visitenkarte, sagt Dohmen. "Drin sein alleine reicht heute einfach nicht mehr." Daher werde ein Webdesigner auch damit beauftragt, einen Newsletter oder ein Forum zu entwerfen. "Und auch Aufgaben wie das Web-Marketing und die Suchmaschinen-Optimierung gehören zur Arbeit", sagt Dohmen. In größeren Agenturen sind die Aufgaben oft auf mehrere Schultern verteilt. Ein Webdesigner arbeitet dann mit einem Grafiker und einem Programmierer zusammen. Viele in der Branche sind aber Freiberufler, die diese Arbeiten allein bewältigen müssen - und das neben der Kundenakquise.

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