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Berufungsgericht entscheidet gegen Netzneutralität

15.01.2014 | 09:45 Uhr |

Befürworter der Netzneutralität, in der jedes Datenpaket gleich behandelt werden muss, egal, von wem es stammt, haben in den USA einen schweren Rückschlag erhalten.

Ein Berufungsgericht in Washington hat die diesbezüglichen Regeln der Behörde FCC (Federal Communications Commission) in weiten Teilen für ungültig erklärt. Die Behörde habe schlicht nicht die Autorität, Internet Service Providern vorzuschreiben, als bloße Übertragungsmedien zu dienen und alle Datenpaket blind durchzuleiten. ISP seien keine "öffentlichen Carrier" wie Telefonanbieter, entschied das Gericht.

Das Urteil könnte bedeutende Auswirkungen auf den Traffic im Netz haben, Anbieter wie Disney. ESPN oder Netflix könnten die Carrier dafür bezahlen, ihre Daten bevorzugt zu behandeln und schneller an den Kunden weiter zu leiten als die Daten der Konkurrenz. Enttäuscht vom Urteil zeigt sich der CEO der Verbraucherschutzorganisation Free Pass, Craig Aaron. ISPs könnten Kunden nun beliebig gegen deren Willen diskriminieren. Von der Open Internet Order der FCC bleibt nach dem Urteil nur wenig übrig, die Provider müssen lediglich offen legen, welche Daten sie bevorzugt behandeln und welche nicht.

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