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Berufungsurteil gegen Microsoft rückt näher

05.06.2001 | 00:00 Uhr |

Das mit Spannung erwartete Berufungsurteil im
Kartellprozess gegen Microsoft rückt näher. Es geht darum, ob das
Unternehmen - wie vor knapp einem Jahr angeordnet - zerschlagen wird.
Microsoft hatte dagegen Berufung eingelegt. «Das Urteil kann jeden
Tag kommen», sagte Neel Lattimore, der in Washington für Microsoft
die Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit dem Prozess
koordiniert, der dpa an Dienstag. Die Richter am Distriktgericht in
Washington würden den Termin ihrer Entscheidung nicht vorab bekannt
geben. Beobachter gehen davon aus, dass Microsoft gute Chancen hat,
der Zerschlagung zu entgehen.

Das Berufungsgericht hatte Ende Februar die Argumente beider
Seiten angehört. Dabei bekräftigten die Anwälte des
Justizministeriums und der Bundesstaaten, die Microsoft ursprünglich
wegen Wettbewerbsverzerrung verklagt hatten, ihre Ansicht, dass
Microsoft versucht habe, die Konkurrenz zu ersticken. Das Unternehmen
habe seine Monopolstellung beim Betriebssystem Windows ausgenutzt, um
auch auf dem Browsermarkt die Oberhand zu gewinnen. Microsoft
bestreitet das.

Das Unternehmen machte bei der Anhörung geltend, Bundesrichter
Thomas Penfield Jackson sei gegen Microsoft voreingenommen gewesen.
Er hatte den Klägern im Juni vergangenen Jahres weitgehend Recht
gegeben und die Zerschlagung angeordnet. Das Urteil ist wegen der
Berufung außer Kraft. dpa

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