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Beschränktes Spielvergnügen für Apple-Fans

12.09.2005 | 11:13 Uhr |

Dass Apple-Rechner und Computerspiele nicht zusammen passen, ist ein weit verbreitetes Vorurteil. An der Leistung der Macs liegt es jedenfalls nicht - zum Spielen sind sie genauso gut geeignet wie PCs.

“Rund 80 Prozent aller Hitspiele erscheinen auch für den Mac», sagt Steffen Ritter von Application Systems in Heidelberg. Das Unternehmen macht aus US-Titeln Mac-Spiele für den deutschen Markt.

Konsolen- oder PC-Spiele müssen für die Apple-Rechner umprogrammiert werden. In der Fachsprache heißt das “Portieren». Das geschieht meist in den USA, wo die Herausgeber von Mac-Spielen von PC- oder Konsolenspiele-Herstellern Lizenzen für die Umsetzungen erwerben. “So passiert es, dass die Spiele für den Mac oft zeitverzögert auf den Markt kommen», erklärt Apple-Sprecher Frank Limbacher in Feldkirchen bei München. Drei bis zwölf Monate dauere es, bis auch Mac-Nutzer schließlich daddeln können. “Bei Top-Titeln geht es manchmal auch schneller», sagt Felix Wandler von der Online-Plattform games4mac.de in Hamburg. “Megahits wie "Die Sims" oder "Doom 3" erscheinen meist recht bald nach der PC-Veröffentlichung für den Mac», sagt Ritter. Durch die Verzögerung gebe es allerdings für den Rechner mit dem Apfel wenig schlechte Spiele. Denn portiert werde meist nur, was sich als PC-Spiel bereits sehr gut verkauft hat.

“Zudem sind die meisten Fehler schon beseitigt. Und Updates, die man sonst herunterladen müsste, sind enthalten», sagt Limbacher. Preislich unterscheiden sich die Mac-Spiele kaum von denen für Konsolen oder Windows-basierte Rechner. “Normale Spiele kosten so zwischen 40 und 50 Euro», sagt Wandler.

Allerdings gehen die Preise laut Wandler bei Mac-Spielen nicht so schnell in den Keller: “Was man in der nächsten PC-Version vielleicht schon auf dem Grabbeltisch findet, kann beim Mac noch den normalen Preis haben.» Zudem sind Mac-Spiele in den großen Discountern oder Spiele-Läden nicht so stark vertreten. “Man kauft sie über das Internet oder Apple-Shops», sagt Ritter. Dennoch ist die Beschaffung eines Spiels für den Macintosh einfacher und günstiger als noch vor ein paar Jahren. “Früher musste man sich die Spiele über drei Ecken aus Amerika beschaffen und hat nicht selten bis zu 150 Mark für einen Titel bezahlt», erinnert sich Ritter. Ein Problem allerdings sind die Spielekulturen in den einzelnen Ländern. Deutsche Spieler stehen zum Beispiel auf kleinteilige Strategiespiele. In anderen Ländern sind dagegen Ego-Shooter besonders beliebt. Was nicht in Amerika schon portiert wird, kommt selten auf den deutschen Markt. “So kommt es, dass es kein Fußballspiel für den Mac gibt», sagt Ritter. Golf dagegen begeistert über die Ländergrenzen hinweg, ebenso Fun- und Trendsport-Spiele. Die Verkaufszahlen für Mac-Spiele sind jedoch bescheiden: “Echte Megaseller können über den Zeitraum von mehreren Jahren schon 5000 bis 7000 Einheiten verkaufen», sagt Ritter. Ein durchschnittliches Mac-Spiel verkauft sich rund 1000 Mal. Wenn es ganz schlecht laufe, gehen von einem Titel auch nur 30 Exemplare über den Ladentisch.

Diese Zahlen verwundern nicht, schließlich haben auch nur drei bis fünf Prozent der deutschen Computernutzer einen Mac. Und die sehen Spielen nur als Zusatzbeschäftigung. “Hardcore-Spieler werden sicher nicht auf einen Mac umsteigen», sagt Wandler. Zwar haben auch die Macs sehr gute Grafikkarten, doch die besten sind nur in den - teuren - High-End-Geräten verbaut. Dass es allerdings eine rege Spielerschaft unter den Mac-Nutzern gibt, zeigen die regelmäßigen LAN-Parties. “Da kommen zwar nicht Tausende von Leuten, aber man hat trotzdem viel Spaß”, sagt Wandler. (dpa)

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