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Besuchen Sie Europa: 11. Dezember

11.12.2006 | 00:00 Uhr |

Die Inselstaaten der EU haben wir alle abgeklappert, diese Woche nehmen wir uns die Ostsee vor. Von heute bis Sonntag besuchen wir sieben Anrainerstaaten und umrunden dabei das nordeuropäische Binnenmeer gegen den Uhrzeigersinn. Wir starten unsere Reise in Polen.

Sky Dumont trank im Werbefernsehen noch keinen Aquavit
Vergrößern Sky Dumont trank im Werbefernsehen noch keinen Aquavit

Aber zuvor müssen wir die Frage aus Malta auflösen: Wer hätte den Slogan „Man gönnt sich ja sonst nichts...“ besser verkörpern können als Günther Strack? Körper hatte er ausreichend. Als der hessische Volksschauspieler sich aufgrund von Krankheit aus der Öffentlichkeit zurückzog und im Januar 199 verstarb, löste ihn Manfred „Liebling Kreuzberg“ Krug als Malteser-Mann ab. Nur Sky Dumont haben wir nie für den Aquavit werben sehen.

Im Süden bergig, im Norden sandig – aber definitiv keine Insel
Vergrößern Im Süden bergig, im Norden sandig – aber definitiv keine Insel

„Ist Polen eigentlich auch eine Insel?! – „Nein, oder hast du je einen Polen ein Boot klauen sehen?“ – „Ihr Sylt doch keine Inselwitze erzählen, sonst muss ich Euch Rügen!“

Dieses Dreiergespräch führten im Frühjahr 1996 in der Sendung „RTL Samstag Nacht“ die drei Comedians Olli Dittrich, Mirco Nontschew und Stefan Jürgens auf. Polenwitze waren zu der Zeit en vogue, beim Konkurrenzsender SAT1 blödelte Harald Schmidt fröhlich und politisch unkorrekt von der imaginären Versicherung „Warschau-Krakauer“. Polenwitze haben längst ihren Esprit verloren, so sie denn je einen hatten. Auf dem Klischee vom diebischen Polen herumzureiten ist nicht nur langweilig sondern auch kontraproduktiv: Die polnische Regierung findet ihre Nachbarn derzeit überhaupt nicht komisch, nicht die direkt im Westen und auch nicht die anderen in der EU. Also, Schluss mit den Polenwitzen! Obwohl, einen haben wir noch:

Konzentration vor dem Absprung
Vergrößern Konzentration vor dem Absprung

„Der polnische Skispringer Adam Malysz und seine Frau sind gerade in ihrer Ferienwohnung angekommen und richten sich für den Urlaub ein. Frau Malysz brüht Kaffee auf und bitte ihren Mann: ‚Adamek, würdest du bitte schnell ins Dorf runterspringen und ein paar Stück Kuchen für uns holen? Es ist nicht so weit.’ – ‚Ja, wenn es nicht so weit ist,’ antwortet Malysz, ‚dann lass doch die Deutschen springen.’“

Ein Brüller! Sie kringeln sich auf dem Boden vor Lachen? Sie können diese Zeilen wegen der Tränen in Ihren Augen kaum noch lesen? – Nein? Sehen Sie, Witze über vermeintliche nationale Charaktereigenschaften sind nicht komisch. Obwohl die Leistung der deutschen Skispringer in den letzten Jahren derart zum Heulen war, dass man schon fast wieder lachen muss.

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