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Besuchen Sie Europa: 13. Dezember

13.12.2006 | 00:00 Uhr |

Wir reisen weiter an der Ostsee, dem Mare Balticum, entlang. Die lettischen landesfarben rot-weiß-rot erinnern uns an Österreich, doch in die Alpen geht es erst am Ende unsere adventlichen Europareise. Stattdessen treffen wir am Rigaer Meerbusen einen alten Schweden.

Website der Hearts of Midlothian. In Schottland derzeit trotz Trainers aus Litauen nur im Mittelfeld zu finden.
Vergrößern Website der Hearts of Midlothian. In Schottland derzeit trotz Trainers aus Litauen nur im Mittelfeld zu finden.

Liest man sich die Tabellen der britischen Fußballligen durch, trifft man auf klangvolle Namen, die unser Herz ebenso erfreuen wie die Namen der berühmte Litauer, denen wir gestern einen Besuch abstatteten. Aston Villa heißt der Verein in Birmingham, der englischer Meister 1981 und Europapokalsieger 1982 war. Der ZweitligistQueens Park Rangers ist im Londoner Stadtteil Shepherds Bush zu Hause und der Arbeitgeber des Litauers Valdas Ivanauskas – Heart of Midlothian – in Edinburgh. Erst in der letzten Qualifikationsrunde zur diesjährigen Championsleague scheiterten die Hearts – an AEK Athen mit 2:1 und 0:3.

Sportlich geht es zunächst weiter, war unser heutiges Gastland Lettland in der Sowjetunion doch ein reichhaltiges Reservoir an Eishockey-Spielern der Weltklasse. Der Torhüter Arthur Irbe, genannt "Die lettische Mauer" ist so einer. 1989 und 1990 wurde er mit der Sowjetunion Weltmeister, danach in die Vereinigten Staaten zum Geldverdienen in die NHL, zuletzt war er dort bei den Carolina Panthers tätig.

Wir wollen uns aber, in der prächtig herausgeputzten Riga angekommen, aktuellen Themen widmen. Gerade erst war die Nato zu ihrem jährlichen Gipfeltreffen in der lettischen Hauptstadt. Dem Kreml, in dem einige Politiker gar nicht mal mehr hinter vorgehaltener Hand von der imperialen Größe der Sowjetunion sprechen, die Russland so schnell wie möglich wieder erreichen sollte, muss ein Treffen auf bis vor 15 Jahren sowjetischen Boden ein wenig suspekt vorgekommen sein. Zeit, sich an die nach Osten hin erweiterte Nato zu gewöhnen, hatten Präsident Putin und seine Regierung ausreichend gehabt: 1999 waren Polen, Tschechen und Ungarn dem einst "nordatlantischen" Bündnis beigetreten, im März 2004 folgten neben den für 2007 avisierten EU-Neumitgliedern Rumänien und Bulgarien die baltischen Staaten nebst Slowakei und Slowenien, keine fünf Wochen vor deren gemeinsamen EU-Beitritt.

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