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Besuchen Sie Europa: 21. Dezember

21.12.2006 | 00:00 Uhr |

Arg abgelegen ist die Hauptstadt der Slowakei, Bratislava. Wien ist deutlich näher als das Zentrum des Landes.

Die Langsamkeit, Milan Kunderas erster auf Französisch geschriebener Roman.
Vergrößern Die Langsamkeit, Milan Kunderas erster auf Französisch geschriebener Roman.

Oh je, das waren gestern in Prag doch ein paar Bier zu viel. Uns brummt der Schädel, aber nicht so schlimm wie dem französischen Wissenschaftler, der in Kunderas Roman "Die Langsamkeit" eine fürchterliche Nacht in einem Schlosshotel nahe Paris erlebt. "Die Identität" und "Die Unwissenheit" hat Milan Kundera ebenfalls auf Französisch verfasst, diese Werke erscheinen danach.

Von der tschechischen Hauptstadt in die slowakische ist es nicht weit, um von der Moldau an die Donau zu gelangen, müssen wir jedoch die europäische Wasserscheide überqueren. Bratislava kennen viele noch unter dem in der K.u.K.-Monarchie bekannten Namen Pressburg. Staatliche Unabhängigkeit kennt die Slowakei streng genommen erst seit 1993. Nach Zerfall der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn schloss sich die Slowakei 1918 mit anderen teilen der Konkursmasse, Böhmen und Mähren, zusammen. Schon im Habsburgerreich und den Zeiten davor waren die slawische Bevölkerung des Landes von der ungarischen in den Hintergrund gedrängt. Die erste "Unabhängigkeit" des Landes verbesserte kaum etwas an der Situation der Slowaken. Die Slowakei war von 1939 an de facto Teil des Großdeutschen Reiches. Nach dem zweiten Weltkrieg führten Tschechen und Slowaken ihr Experiment des gemeinsamen Staates fort. Unter Führung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Vladimir Meciar und seiner Partei HZDS beschloss die Slowakei im Jahr 1992 die Abspaltung von den Tschechen, die Trennung erfolgte zum 1. Januar 1993 friedlich.

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