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Besuchen Sie Europa: 6. Dezember

06.12.2006 | 00:00 Uhr |

Wenn man Europa Kleinstaaterei vorwerfen will, ist man in der Region, in der wir uns gerade aufhalten, auf dem Holzweg. Obwohl Luxemburg wirklich recht klein ist und die Nachbarn Belgien und dessen Nachbar Niederlande nicht sehr viel größer sind. Großes geschieht aber seit jeher in der internationalen Zusammenarbeit der Beneluxstaaten.

Eine Scheibe, die in keiner Plattensammlung fehlen darf
Vergrößern Eine Scheibe, die in keiner Plattensammlung fehlen darf

Zunächst müssen wir Ihnen unseren Respekt bekunden: Sie kennen sich auch dann aus, wenn wir von der anderen Seite der Erde einen Blick auf Europa werfen. Die gestern zitierte Songzeile stammt natürlich aus dem Song „ Down Under “ der australischen Band „Men At Work“. „Down Under“ hat in den Achtziger Jahren den Kultstatus einer inoffiziellen Nationalhymne erreicht. Wir wollen Ihnen nicht vorenthalten, wie unser gestriges Zitat weitergeht: „He said: I come from a land down under, where beer does flow and men chunder, Can't you hear, can't you hear the thunder? You better run, you better take cover“.

Denkmal für das Schengener Abkommen. In Schengen an der Mosel wachsen auch erstklassige Weine
Vergrößern Denkmal für das Schengener Abkommen. In Schengen an der Mosel wachsen auch erstklassige Weine

Wir bleiben heute unserer bisherigen Linie treu, direkt aneinander grenzende Nachbarländer abzuklappern, heute ist Luxemburg dran, das wir über eine der nachts beleuchteten belgischen Autobahnen ansteuern. Die Benelux-Staaten sind gewissermaßen die Keimzelle der Europäischen Union, schon im Benelux-Vertrag vereinbarten 1958 die drei Staaten Belgien, Niederlande und Luxemburg weit reichende wirtschaftliche Zusammenarbeit, die gegenseitigen Austausch von Gütern, Arbeitskräften, Dienstleistungen und Kapital ermöglicht. Zusammen mit Frankreich, Deutschland und Italien gehörten die Beneluxstaaten zu den Gründungsmitgliedern der heutigen Europäischen Union. Die drei Länder sind seit jeher eine Ideenschmiede und Probierstube für die weitere europäische Einigung: So können schon heute Polizisten der Beneluxstaaten in den Nachbarländern ohne weitere behördliche Genehmigungen Dienst tun, selbst das Schengener Abkommen, das den kontrollfreien Reiseverkehr innerhalb der Union ermöglicht, geht nicht so weit. Aber die Beneluxstaaten haben es leichter als andere Europäer, in Luxemburg wie in Belgien gelten jeweils französisch und deutsch als Amtssprache. Das Luxemburgische gilt noch als deutscher Dialekt und nicht als eigenständige Sprache, das Niederländisch muss vor Jahrhunderten auch so angefangen haben...

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