960252

Besuchen Sie Europa: 7. Dezember

07.12.2006 | 00:00 Uhr |

Heute sind wir reif für die Insel. Die grüne Insel, um genau zu sein. In Irlands Süden treffen wir auf Apple und stellen verwundert fest, wie sich Irland seit dem EU-Beitritt gewandelt hat.

Jacques Santer trat 1999 als EU-Kommissionspräsident zurück.
Vergrößern Jacques Santer trat 1999 als EU-Kommissionspräsident zurück.

Sie haben es gestern erfasst: Junckers Vorgänger als Ministerpräsident von Luxemburg heißt Jacques Santer, der elf Jahre lang Ministerpräsident war, bevor er den Vorsitz der EU-Kommission übernahm. Die beiden anderen Kandidaten sind noch in Amt und Würden, als Ministerpräsidenten in Belgien (Verhofstadt) und den Niederlanden (Balkenende), womit wir die Benelux-Länder wieder beieinander hätten.

Irland: Apple was here. Und ist es immer noch
Vergrößern Irland: Apple was here. Und ist es immer noch

Heute sind wir reif für die Insel. Die grüne Insel. Irland. Nach unserer Landung in Dublin machen wir uns sofort in den Süden auf, nach Cork, wo Apple sein Quartier aufgeschlagen hat. In Cork ist der Geschäftssitz von Apple Computer International, das die Apple Stores im Internet betreibt. Es ist eine Weile her, dass Irland als das „Armenhaus Europas“ galt, die EU-Subventionen hat das Land klug angelegt und seinen Wandel beschleunigt. Während andere Länder Brücken mitten in die Pampa bauten oder in Olivenhainen endende vierspurige Autobahnen, hat sich Irland von einer bitterarmen Agrarnation zu einem weltweiten Dienstleistungszentrum entwickelt.

Das beste Zeichen, das Iren vor ihren Laden hängen können. Wenn die Belegschaft zurück ist, gibt es Neues...
Vergrößern Das beste Zeichen, das Iren vor ihren Laden hängen können. Wenn die Belegschaft zurück ist, gibt es Neues...

Vor dem EU-Beitritt galt Irland noch als Billiglohnland. Lässt Apple seine Hardware heute vorwiegend im fernen Osten produzieren und in alle Welt verschiffen, ließ sich das Unternehmen im Jahr 1980 mit einer Produktionsstätte in Cork nieder. Im irischen Süden entstanden Rechner für den europäischen Markt. Das Lohnniveau in Irland stieg über die Jahre jedoch kräftig an, das Pro-Kopf-Einkommen der Iren ist in der EU mittlerweile das zweithöchste nach dem von Luxemburg. In den 90er-Jahren verlagerte Apple seine Produktion nach Tschechien und in den fernen Osten, die Produktion in Irland wurde nach und nach zurückgefahren, mehrere hundert Jobs gingen Ende der Neunziger verloren. Dort, wo Apple Industriearbeitsplätze vernichtete, baute es jedoch Dienstleistungsarbeitsplätze wieder auf: Die Europa-Zentrale in Cork ist mittlerweile für Logistik und Distribution zuständig. Auch die europäische Finanzbuchhaltung Apples wird seit 1998 zentral in Irland erledigt, ebenso betreibt Apple Computer International seine Call-Center im Süden der grünen Insel. Mittlerweile sind wieder rund 1.400 Mitarbeiter für Apple in Irland beschäftigt, auch produziert der Mac-Hersteller in Irland noch geringe Stückzahlen. Anstatt geschlossen zu werden, ist Apples Fabrik in Cork „in der Wertschöpfungskette aufgestiegen“, wie es vor zwei Jahren ein Sprecher der Firma formulierte .

0 Kommentare zu diesem Artikel
960252