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Besuchen Sie Europa: 9. Dezember

09.12.2006 | 00:00 Uhr |

Das soll die friedliche Vorweihnachtszeit sein? Vorgestern erinnerten wir an den irischen Blutsonntag von 1972, gestern gedachten wir der Ermordung John Lennons im Jahr 1980. Und heute besuchen wir Zypern und landen in einem Konflikt, der nicht nur die Insel im Mittelmeer vor eine Zerreißprobe stellt, sondern ganz Europa.

Rares Werk: Der Bildband „Hamburg Days“ von Klaus Voormann und Astrid Kirchherr, damalige Freundin von Stuart Sutcliffe. Screenshot: Amazon.de.
Vergrößern Rares Werk: Der Bildband „Hamburg Days“ von Klaus Voormann und Astrid Kirchherr, damalige Freundin von Stuart Sutcliffe. Screenshot: Amazon.de.

Zunächst aber erinnern wir uns an drei Bassisten: Roger Waters erfreut sich bester Gesundheit, man hat ihn im Jahr 2005 auch wieder mit den (Ex-)Kollegen von Pink Floyd im Rahmen des Live-8-Festivals musizieren sehen. John Entwistle ist leider vor vier Jahren verstorben, das Comeback seiner Band „The Who“ hat er verpasst. Vielleicht hat er es sich ja von irgendeinem besonderen Platz aus mit dem 1980 verstorbenen „The Who“-Drummer Keith Moon angesehen. Stuart Sutcliffe war da eher nicht dabei, denn obwohl er mal Teil der größten Band der Welt war, galt er nicht gerade als begnadeter Musiker. Die Gitarristen Lennon, McCartney und Harrison brauchten jedoch noch jemanden für den E-Bass, und nachdem Sutcliffe 1960 in Hamburg zurückgeblieben war, übernahm Paul McCartney zurück in Liverpool den Bass. In den Zeiten der Gitarrenbands musste oft der schlechteste Gitarrist den E-Bass bedienen, McCartneys große Talente sind eher kompositorischer und gesanglicher Natur.

Eine Insel, zwei Staaten. Von denen ist aber nur einer weltweit anerkannt.
Vergrößern Eine Insel, zwei Staaten. Von denen ist aber nur einer weltweit anerkannt.

Irland ist eine Insel, Großbritannien hält sich für „die“ Insel, besuchen wir heute also die nächste Inselrepublik in der EU. Zypern ist seit Mai 2004 Teil der Europäischen Union, zum Teil aber nur. Denn während die Bevölkerung des türkischen Teils im Norden und Osten mehrheitlich der Wiedervereinigung nach einem UN-Plan zustimmte, lehnte der griechische Süden ab, um separat in die Gemeinschaft einzutreten. Außer der Türkei erkennt kein Staat der Welt die Türkische Republik Nordzypern an, umgekehrt ist die Türkei so ziemlich die einzige Nation weltweit, welche die griechisch sprechende Republik Zypern nicht anerkennt. Solange die Zypernfrage offen bleibt, ist das Tor zur EU für die Türkei verschlossen, wobei sicherlich nicht die Türkei die Alleinschuld am Konflikt trägt. Bei der jüngsten Erweiterung vor zwei Jahren hatte das alte Europa einen schweren Fehler begangen wie Altkanzler Gerhard Schröder in seinen Memoiren einräumt: Zypern durfte auch als geteilter Staat in die Gemeinschaft eintreten, die Aufnahme war nicht an die vorherige Wiedervereinigung gekoppelt. Griechenland hätte anderenfalls nicht der Aufnahme der osteuropäischen Staaten zugestimmt.

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