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Betriebsratsgründung bei SAP: Furcht vor Bürokratie

28.02.2006 | 09:41 Uhr |

Bei Deutschlands führendem Softwarehersteller SAP soll es nach jahrelangem Widerstand einen Betriebsrat geben. Die Weichen dafür werden auf einer Betriebsversammlung an diesem Donnerstag gestellt. Kritik kommt vom Unternehmensmitgründer und langjährigen Vorstandsvorsitzenden Dietmar Hopp, der sich nach einem Bericht der Wirtschaftswoche deutlich gegen den Einfluss der Gewerkschaft in dem Walldorfer DAX-Unternehmen wendet.

Drei SAP-Mitarbeiter sollen zusammen mit der IG Metall die Initiatoren des Treffens am Hauptsitz des Unternehmens in Walldorf sein. Über 10 000 Beschäftigte der Standorte Walldorf und St. Leon-Rot wurden aufgerufen, einen Wahlvorstand einzusetzen. Bislang übernehmen die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat die Funktion eines Betriebsrates bei dem Weltmarktführer für Unternehmenssoftware.

Hopp äußerte starke Vorbehalte gegen den Einfluss der IG Metall in dem Softwarehaus. «Ein von der IG Metall gesteuerter Betriebsrat widerspräche jeder Vernunft und passt nicht zur SAP-Kultur.» Eine «lähmende Bürokratie» wäre die Folge. «Die Konkurrenten der SAP sitzen nicht in Mannheim und Frankfurt, sondern in der ganzen Welt», begründete Hopp seine Ablehnung. Deshalb müsse sich das Softwareunternehmen seine Flexibilität erhalten. Andernfalls kann "es halt passieren, dass eines Tages, möglicherweise ganz schnell, die Zentrale nicht mehr in Walldorf ist", sagte er gegenüber dem Handelsblatt. Hopp appellierte an die Mitarbeiter, die über die Gründung eines Betriebsrats befinden müssen, das Vorhaben abzulehnen. (dpa)

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