Von Thomas Hartmann - 04.07.2011, 09:39

Betriebssysteme

Mac-OS X 10.7 kommt ohne Rosetta für Power-PC-Software

Rosetta ist auch in der vierten Developer Preview von Lion nicht enthalten und die Veröffentlichung im Mac App Store steht unmittelbar (für Juli) bevor. Wer auf Mac-OS X 10.7 umsteigen will, wird sich von älterer Power-PC-Software endgültig verabschieden müssen.
"Rosetta. Eine faszinierende Technologie, die Sie niemals sehen" - mit diesen Worten wirbt Apple auf seiner Homepage für sein Zwischenglied, einen "Dynamic Translator", der G3, G4 und AltiVec-Instruktionen für die Ausführung unter Mac-OS X auf Intel-Macs interpretiert. So können User auch ihre älteren Power-PC-Programme wie Microsoft Office 2004 noch auf den neueren Intel-Macs (seit 2006) laufen lassen. Von dem Prozess selbst bemerkt der Anwender nichts, Rosetta verfügt über keine grafische Benutzeroberfläche (GUI), allerdings sind die Rosetta-Programme im Vergleich fühlbar langsamer als native Applikationen für Intel-Macs.
Rosetta ist nach dem berühmten Rosetta-Stein benannt, der die Entzifferung und Übersetzung der ägyptischen Hieroglyphen ermöglichte. Schon Mac-OS X 10.6 Snow Leopard installierte Rosetta nur noch auf ausdrücklichen Wunsch des Users. Nun hat offenbar die endgültige Totenglocke für Rosetta auf dem Mac geschlagen, denn es ist nicht damit zu rechnen, dass Apple dieses spezielle Bindeglied zu den ausgelaufenen Power-PC-Macs noch nachträglich in Lion implementiert.
Unser Schwestermagazin Macworld gibt derweil Ratschläge, wie man mit dieser Situation am besten umgeht: Entweder richtet man sich einen Dual-Boot-Mac ein, so dass man auch noch unter Mac-OS X 10.6 oder kleiner alternativ zu Lion starten kann. Oder man verzichtet schlicht auf ein Update auf Mac-OS X 10.7. Man könnte sich auch bei Apple über die Einstellung von Rosetta beschweren, so wie früher bei Hypercard oder Apple Works - was freilich nichts gebracht hat, Apple ließ sich auch hier nicht erweichen. Schließlich könnte man wie bei Quicken parallele Windows-Software auf dem Mac in einer Virtualisierungsumgebung wie Parallels oder VMware Fusion ausführen oder gleich in Boot Camp starten (übrigens benennt Macworld diese URL am Ende mit "lions_nixrosetta"). Apple selbst empfiehlt auf seiner Rosetta-Site schlicht, wo immer möglich auf die aktuellen Versionen umzusteigen - und nennt als Beispiel eigene Produkte wie Final Cut Pro, Motion, Soundtrack Pro, DVD Studio Pro, Aperture, Logic Pro, Logic Express und Final Cut Express, die zumindest als Universal Binaries vorliegen ...
Info: Macrumors
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