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Betrüger stürzen sich auf Apple Pay

03.03.2015 | 11:09 Uhr |

In den USA häufen sich Betrugsfälle mit Apple Pay. Hintergrund sind Identitätsdiebstähle - und unvorsichtige Banken.

Apple bewirbt das Bezahlsystem Apple Pay als bequem und sicher, in den USA nutzen bislang zwei Millionen iPhone-Besitzer das System. Trotz der strengen Sicherheitsmaßnahmen häufen sich laut eines Berichts des Guardians jedoch Betrugsfälle : Vor allem würden wertvolle Güter in den Apple Stores mit gestohlenen Apple-Pay-Identitäten bezahlt und rasch zu Bargeld gemacht. 

Die Betrüger versuchen dabei jedoch nicht, die verschlüsselten Kreditkarteninformationen auf dem iPhone zu knacken oder die Erkennung des Fingerabdrucks, sondern nutzen Hintertüren bei nachlässig agierenden Banken und ihren sorglosen Kunden. Da ein Apple-Pay-fähiges iPhone nicht zum Betrug eingesetzt werden kann, setzen die Kriminellen neue iPhones mit gestohlenen Identitäten auf - und überzeugen die Banken der Opfer, die für den Zweck genutzten Kreditkarten für Apple Pay frei zu schalten. Meist genüge es dabei, die letzten vier Stellen der Sozialversicherungsnummer anzugeben - gerade jene sind aber beliebte Diebesgüter beim sogenannten Identitätsdiebstahl.

Die organisierten Banden sind laut der vom Guardian befragten Sicherheitsexperten dabei auch so schlau, die Banken der betroffenen Kunden vorab über angebliche Reisen zu informieren. So falle nicht auf, wenn mit einer an der Ostküste registrierten Karte Einkäufe in kalifornischen Stores getätigt werden.

Ein Apple-Sprecher hat der Zeitung bestätigt, dass in keinem der Betrugsfälle die von Apple eingerichteten Sicherheitsmechanismen übergangen worden seien. Stattdessen läge der schwarze Peter bei den Banken, die Kreditkarten auf unterschiedlichen und damit unterschiedlich sicheren Wegen verifizieren würden. Keine der betroffenen Banken wollte sich zu dem Bericht äußern.

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