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Bibliotheken scannen ohne Google und Microsoft

30.10.2007 | 14:08 Uhr |

Nicht alle Bibliotheken arbeiten mit Google und Microsoft zusammen, um ihre Buchbestände zu digitalisieren. Grund: Vor allem Google will die digitalisierten Bücher nur auf eigenen Seiten anbieten.

Nach einem Bericht der Computerworld arbeitet das amerikanische Boston Library Consortium (BLC) mit der Open Content Alliance (OCA) zusammen, um ältere Buchbestände zu digitalisieren. Das BLC, ein Zusammenschluss von 19 Forschungsbibliotheken, hat sich damit gegen die Angebote von Google und Microsoft entschieden.

Die Bibliotheken zahlen jeweils 10 US-Cent, um eine Seite einzuscannen. Dafür schränkt die Organisation OCA die Nutzung der digitalisierten Bücher nicht ein. Anders bei den Branchengrößen Google und Microsoft. Beide Konzerne scannen Bücher im Auftrag von Bibliotheken kostenlos. Im Gegenzug bestimmen die Unternehmen, wo die erstellten Dateien veröffentlicht werden.

„Google bestimmt, wem man seine Inhalte anbieten kann“, sagte die Direktorin des Bibliothekverbunds BLC, Barbara Preese. „Arbeitet man hingegen mit OCA zusammen, spielt es keine Rolle, mit welcher Suchmaschine man die Inhalte durchsucht.“

Auch die Biodiversity Heritage Library, ein Zusammenschluss von 10 Museums- und Forschungsbibliotheken, hat sich für die Open Content Alliance entschieden. Nutzer sollten in der Lage sein, bestehende Inhalte zu verändern, sagte der Direktor der Biodiversity Heritage Library, Tom Garnett. „Die Vertreter von Google hielten das grundsätzlich für eine gute Idee. Sie meinten aber, das vertrage sich nicht mit ihrem Geschäftsmodell“, so Garnett.

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