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Big Bang in SF

30.05.2003 | 14:17 Uhr |

Am 23. Juni startet Apple in die 64-Bit-Ära. Nicht nur Mac-OS X 10.3 (Panther), auch der neue IBM-Prozessor (G5) wird sein Debüt erleben. Rechner sollen sofort verfügbar sein.

Was bislang als vages Gerücht im Internet kursierte, haben unabhängige Quellen gegenüber Macwelt bestätigt: Bei der Eröffnungsveranstaltung zur weltweiten Entwicklerkonferenz am 23. Juni in San Francisco wird Steve Jobs nicht nur die neueste Version des Betriebssystems Mac-OS X 10.3 (Panther) präsentieren, auch der Nachfolger des in die Jahre gekommenen G4-Prozessors wird dort das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Und die vielleicht beste Nachricht: Die ersten Rechner mit dem neuen Prozessor werden unmittelbar danach ausgeliefert.

Doppelte Power

Wie Macwelt in ihrer nächsten Ausgabe berichtet, basieren die neuen High-end-Rechner auf IBMs Power-PC-Chip 970. Nach einem kürzlich veröffentlichten IBM-Bericht nennt Details über den Power-PC 970. Nach dem Papier ist der PPC 970 derart viel leistungsfähiger als die G4-Power-PC-Familie von Motorola, dass es "kaum vorstellbar" sei, dass Apple einen anderen als diesen Chip in seine Desktop- und Server-Macs verbauen würde, so ein Sprecher von IBM. Da Mac-OS X 10.3 erstmals einen für 64 Bit kompilierten Kernel besitzt, spricht alles für den abgespeckten Power-4-Prozessor. Zwar lässt sich auf diesem auch bestehender 32-Bit-Code ausführen, doch läge die Leistungsfähigkeit der CPU so brach. Andererseits beschert ein 64-Bit-Betriebssystem alleine den meisten Anwendungen nicht per se einen Leistungszuwachs. Erst höhere Taktfrequenzen zusammen mit Programmcode, der auf die Bandbreite optimiert ist, versprechen, das Systemkonzept von Apple aufgehen zu lassen. Damit könnte Apple als erster Computerhersteller die 64-Bit-Ära im Desktop-Bereich einläuten. Bisher wurden solche Prozessoren mit breitem Datenbus nur in Servern verbaut, die einen entsprechend hohen Datendurchsatz schnell abarbeiten müssen. Doch IBM ist zur Zeit nicht der einzige Prozessorhersteller, der eine solche CPU entwickelt. Auch AMD hat mit dem "Hammer" einen ebenbürtigen Konkurrenten, auf den Microsoft bereits mit einer für 64 Bit kompilierten Windows-XP-Version geantwortet hat. Zwar soll erst der XP-Nachfolger Longhorn auf den Prozessor optimiert sein, doch bleibt festzuhalten, dass die Konkurrenz nicht schläft und Apple gut daran tut, nicht noch einmal eine ähnlich große Leistungslücke zur x86er Konkurrenz klaffen zu lassen, wie in den vergangenen Jahren.

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