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Yahoo nach Jobabbau mit überraschend hohem Gewinn

21.10.2009 | 07:15 Uhr |

Der US-Internetkonzern Yahoo hat mit einem unerwartet starken Gewinnsprung die Serie guter Quartalszahlen in der IT-Branche fortgesetzt. Allerdings steigerte Yahoo den Gewinn im dritten Quartal nur durch Jobabbau, Einsparungen und Anteilsverkäufe. Der Umsatz fiel nochmals deutlich.

Der zuletzt schwer kriselnde Konzern konnte seinen Überschuss auf 186 Millionen Dollar mehr als verdreifachen nach 54 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz ging angesichts der Werbeflaute nochmals um zwölf Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Dollar (1,1 Mrd Euro) zurück, wie Yahoo am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Die seit Jahresbeginn amtierende Yahoo-Chefin Carol Bartz äußerte sich zufrieden: «Wir hatten ein solides Quartal, das zeigt, dass sich unsere wesentlichen Geschäfte stabilisieren.» Seit dem Höhepunkt vor einem Jahr strich Yahoo rund 2000 Stellen auf rund 13 200 Jobs. Zuletzt aber seien wie angekündigt wieder etwa 200 Leute eingestellt worden, sagte Finanzchef Tim Morse.

Mit seinen Zahlen übertraf Yahoo die Marktschätzungen. Besonders der Gewinn und die Prognose für die nächsten Monate fiel klar höher aus. Die Aktie legte im nachbörslichen US-Handel um gut sechs Prozent zu. Seit Jahresbeginn kletterte sie um rund 40 Prozent auf 17,17 Dollar.

Morse räumte aber ein: «Unsere Bemühungen zur Neupositionierung von Yahoo stehen noch ganz am Anfang.» Vor allem im Vergleich zum Branchenprimus Google sieht Yahoo schwach aus: Der Erzrivale legte gerade erst ein weiteres Quartal mit in der Krise beeindruckendem Wachstum hin.

Im Kampf gegen den deutlichen Suchmaschinen-Marktführer Google hat sich Yahoo mit Microsoft verbündet. Yahoo will die Suchtechnologie von Microsoft nutzen. Die Allianz muss noch von den Wettbewerbshütern genehmigt werden. Zuvor hatte Microsoft erfolglos versucht, Yahoo ganz zu schlucken. Für das laufende vierte Quartal erwartet Yahoo Umsätze zwischen 1,6 und 1,7 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis soll zwischen 135 und 155 Millionen Dollar liegen. (dpa)

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