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Bilanzen von Microsoft, Yahoo und Motorola machen optimistisch

12.07.2001 | 00:00 Uhr |

Die amerikanischen Technologieriesen Microsoft, Motorola und Yahoo haben die Phantasie der Anleger mit Geschäftsprognose angeregt, die in absehbarer Zeit auf eine Linderung der Hochtechnologie-Misere hoffen lassen.
Microsoft erfreute die Wall Street am Mittwoch nach Börsenschluss mit der frohen Kunde, dass der weltgrößte Softwarekonzern für das Schlussquartal des laufenden Geschäftsjahres 2000/2001 (30. Juni) einen Umsatz von 6,50 Milliarden bis 6,60 Milliarden Dollar (15 Mrd DM/7,7 Mrd Euro) erwartet. Das Unternehmen hatte bisher nur mit einem Umsatz von 6,30 Milliarden Dollar bis 6,50 Milliarden Dollar gerechnet. Die operativen Ergebnisse dürften im Einklang mit den Erwartungen stehen.
Microsoft wird aber auch einen Netto-Investmentverlust von 2,6 Milliarden Dollar verbuchen. Deshalb wird der Microsoft-Gewinn unter Einschluss der Sonderbelastung im Schlussquartal nur einen Cent je Aktie betragen. Microsoft führte Sonderbelastungen in Höhe von insgesamt 3,9 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit dem fallenden Wert bestimmter Investments zurück, vor allem im Kabel- und im Telekombereich.
Der Umsatzzuwachs im Kernbereich war im Quartal nach Angaben von Microsoft-Finanzchef John Connors trotz der sich abschwächenden Wirtschaft stark. Er verwies auf den kürzlich erfolgten Start von Office XP und das bevorstehende Debüt des neuen Betriebssystems Windows XP und der Spielekonsole XBox. Die Microsoft-Aktien schossen am Donnerstag vorbörslich um 4,10 Dollar auf 70,60 Dollar in die Höhe.
Der Handy- und Chiphersteller Motorola Inc. hat im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr 2001 mit hohen Verlusten aufgewartet. Motorola-Konzernchef Christopher B. Galvin verwies auf den stärksten Hochtechnologie-Einbruch seit Jahrzehnten. Die Grundfaktoren der Branche seien schwach, und das Ungleichgewicht zwischen Lagerbeständen und Nachfrage sei auch auf Europa übergeschwappt.
Motorala hat im zweiten Quartal einen Verlust von 759 Millionen Dollar verbucht gegenüber einem Gewinn von 204 Millionen Dollar in der entsprechenden Vorjahreszeit. Der Umsatz schrumpfte um 19 Prozent auf 7,5 Milliarden Dollar. Das Unternehmen wies im ersten Halbjahr 2001 rote Zahlen von 1,29 Milliarden Dollar aus gegenüber einem Gewinn von 652 Millionen Dollar in der entsprechenden Vorjahreszeit.
"Unser Mobilfunkgeschäft zeigt Zeichen einer Erholung", gab sich Galvin optimistisch. Er erwartet eine stärkere Kundennachfrage im dritten Quartal. Er glaubt, dass die Halbleiterbranche im kommenden Jahr wieder ihren doppelstelligen Wachstumstrend aufnehmen wird. Deshalb stiegen die Motorola-Aktien am Donnerstag vorbörslich um 0,93 Dollar auf 16,60 Dollar.
Der Online-Dienst Yahoo hat im zweiten Quartal und ersten Halbjahr dieses Jahres hohe Verluste erlitten. Die amerikanische Internet- Medien-Firma litt unter dem schwachen Anzeigengeschäft im Internet. Der Umsatz schrumpfte auf 182,1 Millionen Dollar gegenüber 272,9 Millionen Dollar im zweiten Quartal 2000. Es fiel ein Verlust von 48,5 Millionen Dollar an gegenüber einem Gewinn von 53,3 Millionen Dollar im zweiten Quartal 2000.
Klammert man allerdings Sonderbelastungen aus, dann verdiente Yahoo einen (elf) Cent je Aktie. Die Wall-Street-Analysten hatten mit einem Null-Gewinn gerechnet. Deshalb legten die Yahoo-Aktien am Donnerstag vorbörslich kräftig um 2,47 Dollar auf 19,50 Dollar zu. Der neue Yahoo-Chef Terry Semle erwartet im kommenden Jahr eine Belebung des Anzeigengeschäfts.
Der Yahoo-Umsatz schrumpfte im ersten Halbjahr 2001 auf nur noch 362,4 (503,8) Millionen Dollar. Es fiel ein Verlust von 60 Millionen Dollar an gegenüber einem Gewinn von 120,9 Millionen Dollar in der Vorjahresvergleichszeit. (dpa)

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