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Bildagentur Getty: Online-Abmahnwelle schwappt über

16.04.2008 | 15:04 Uhr |

Nicht schlecht staunt mancher Webseiten-Betreiber, der elektronische Post von Getty bekommt - es geht um angeblich nicht-lizensierte Bilder, die im Web veröffentlicht werden: Die Rechnung beläuft sich auf 1450 Euro netto pro Bild, 1700 Euro bei mehrfacher Nutzung. Der außergerichtliche Vergleich soll 2000 Euro kosten. Dabei kann es auch passieren, dass eine Lizenz vorher storniert wird, um später eine Abmahnung zu verschicken.

Generell sind Bildrechte im Internet ein Problem: Die Google-Bilder-Suche ist zum Beispiel kein geeigneter Foto-Lieferant für die eigene Webseite - die Chance ist hoch, Nutzungsrechte zu verletzen. Der sicherste Weg zu Bildern führt über eigene Aufnahmen, Fotografen, die man beauftragt, Bildersammlungen mit definierten Nutzungsrechten und Bildagenturen. Ein Münchner Physik-Doktorand hat laut Spiegel Online eine andere Erfahrung machen müssen. Er zahlte für die Online-Nutzungsrechte an einem Foto rund 150 Euro an Getty Images und verwendete das Bild. Nach wenigen Wochen bekam er eine Lizenzrechnung über 2057 Euro. Auf Anfrage erklärte die Bildagentur, dass der Kunde keine gültige Lizenz vorweisen könne, man werde die Lizenz stornieren und die dafür geleistete Zahlung als "Anzahlung auf unser Angebot zur außergerichtlichen Einigung anrechnen". Der Doktorand erhielt tatsächlich die Gutschrift - das Angebot, 2000 Euro für eine außergerichtliche Einigung zu zahlen, nahm er dann nicht an und freut sich nun auf einen Prozeß. Ganz neu ist die Abmahnwelle nicht, der Fall bei Frag einen Anwalt zeigt zum Beispiel, wie schnell Anwender in die Bilder-Falle tappen können - hier hat ein Anwender Webtemplates benutzt, in der widerrechtlich Bilder von Getty vorhanden waren. Zumindest für Privatpersonen sollte sich die Lage etwas entspannen - seit letztem Freitag ist die Abmahnhöhe bei geringen Urheberrechts-Verletzungen auf 100 Euro begrenzt.

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