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Bildbearbeitung mit Photoshop Elements

18.06.2001 | 00:00 Uhr |

Für rund zehn Prozent vom Listenpreis des großen Bruders Photoshop 6 bekommt man Photoshop Elements. Damit bekommt man aber nicht nur zehn Prozent des Leistungsumfangs der Profibildbearbeitung, sondern deutlich mehr.

Für rund zehn Prozent vom Listenpreis des großen Bruders Photoshop 6 bekommt man Photoshop Elements. Damit bekommt man aber nicht nur zehn Prozent des Leistungsumfangs der Profibildbearbeitung, sondern deutlich mehr. Zudem hat Adobe ein paar eigenständige Funktionen hinzugefügt und die Programmoberfläche visuell verbessert und mit Hilfefunktionen angereichert.

Eine zusätzliche Leiste mit Symbolen zum Öffnen, Speichern und Drucken einer Datei ziert Photoshop Elements im Vergleich zu Photoshop 6. Hier findet man Schaltflächen zum schrittweisen Rückgängigmachen der einzelnen Arbeitsschritte, alternativ kann man dazu wie in Photoshop die Protokollpalette einsetzen. Die Symbolleiste dient auch als Parkplatz für alle Paletten, die Werkzeugoptionen sind in einer zweiten Leiste darunter angeordnet.

In der Palettensammlung von Photoshop Elements findet man eine mit der Bezeichnung "Rezepte" und eine zweite, die den Titel "Hinweise" trägt. Die Rezepte-Palette gibt ausführliche Schritt-für-Schritt Anweisungen für einzelne Aufgaben und bietet Verknüpfungen zu den zur Ausführung vorgesehenen Paletten und Werkzeugen. In der Hinweispalette zeigt Photoshop Elements Informationen zu den einzelnen Werkzeugen an. Zusätzlich gibt es eine HTML-basierte Hilfe, die identisch mit dem gedruckten Handbuch ist und voraussetzt, dass auf dem Rechner ein Web-Browser installiert ist.

Nur in Photoshop Elements findet man den Datei-Browser. Mit dieser Palette kann man sich die Ordnerhierachie der Festplatte und alle im aktuellen Verzeichnis liegenden Bilder mit einer kleinen Vorschau anzeigen lassen und direkt öffnen. Auch bei den Filtern, Effekten und Ebenenstilen hat Adobe die Visualisierung groß geschrieben und jeder Funktion eine kleine Vorschau spendiert. So kann man oft mit einem Blick abschätzen, was am Ende heraus kommt.

Die Ebenenverwaltung von Photoshop Elements bietet neben den normalen Ebenen zur Montage unterschiedlicher Bildelemente solche für Einstellungen und Füllungen. So lassen sich Bildkorrekturen und Effekte auf eine separate Ebene legen, ohne das im Hintergrund liegende Originalbild direkt zu verändern. Alle Veränderungen kann man zur Begutachtung ein- und ausblenden. Legt man eine Auswahl auf einer Ebene an, erscheint sie als Ebenenmaske, um Korrekturen und Filter nur auf einen begrenzten Bereich anzuwenden. Für Text gibt es ebenfalls eine Ebenenkategorie. Er bleibt auch nach der Anwendung der meisten Filter und Effekte editierbar und frei platzierbar und lässt sich mit der Funktion "Text verkrümmen" biegen, verzerren oder wellen.

Die Ebenenfunktionen entsprechen denjenigen von Photoshop 6, verzichten muss man nur auf die Ebenensätze und die Farbkodierung. Photoshop-Dateien mit diesen Elementen kann Photoshop Elements aber öffnen. Da das Programm sich nur auf die Farbmodi RGB, Graustufen und Bitmap versteht, wandelt es beim Öffnen Bilder aus dem CMYK- oder Lab-Format in den RGB-Farbraum um. Keine Einschränkungen gibt es bei den Bildformaten: Von TIFF bis PNG liest und speichert Photoshop Elements alle wichtigen Formate und verfügt über einen Importfilter für Photo-CD-Bilder.

Um Bilder zu verbessern, gibt es die aus Photoshop 6 übernommenen Funktionen "Tonwertkorrektur", "Farbton/Sättigung", "Helligkeit/Kontrast" und "Variationen". Darüber hinaus stehen ein Pinsel zum Retuschieren roter Augen sowie die Funktionen "Gegenlicht" und "Aufhellblitz" zur Verfügung, um unter- oder überbelichtete Bilder oder Bildteile zu korrigieren. Hilfreich ist auch die Option "Bildneigung entfernen und Bild beschneiden", mit der sich schräg eingescannte Bilder ausrichten und auf den Bildinhalt reduzieren lassen. Zum Freistellen eines Motivs ist man auf das Lasso und den Radiergummi angewiesen, die es auch in magnetischen Varianten gibt, die Objektkanten automatisch finden. Einheitliche Hintergründe entfernt der Hintergrund-Radiergummi.

Thomas Armbrüster

Den vollständigen Test mit allen Vor- und Nachteilen der Software finden Sie in der Ausgabe 8/2001 der Macwelt ab 1.7.2001 am Kiosk.

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