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Bilder, die sich selbst sortieren

19.03.2007 | 12:17 Uhr |

Möglicherweise macht es bald mehr Spaß, in einem Archivprogramm zu stöbern, als Bilder mit kreativen Effekten zu schmücken. Vielleicht sogar mehr Spaß als das Fotografieren selbst?

Das wohl nicht. Aber fest steht, dass die Software aceMedia, die seit 2004 vom Fraunhofer-Institut entwickelt wird, dem Fotografen einige Arbeit abnehmen könnte.

Wer im Urlaub oder auf Geschäftsreise nicht den Finger vom Auslöser lassen kann, sollte sich auf der CeBIT in Halle 9 die Datenbank aceMedia anschauen, die vom Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik FIT in St. Augustin bei Bonn entwickelt wird. Dahinter steckt eine Software, die automatisch Motive auf dem Bild erkennt, diese speichert und entsprechenden Kategorien zuordnet. Das lästige Eingeben von Stich- und Schlagwörtern entfällt damit. Gedacht ist die Software für professionelle Fotografen genauso wie für Hobbyknipser.  

Nie mehr selber aufräumen

Das softwarebasierte Erkennen von Bildinhalten klingt ein bisschen wie die Ähnlichkeitssuche, die manche Software-Bilddatenbanken wie etwa View Media Pro 3 bieten. aceMedia hat jedoch viel höhere Ansprüche. Die Software kann sich beispielsweise ein Gesicht einprägen und es dann unter dem Namen einer Person katalogisieren. Auch Bildelemente wie Bäume oder Autos soll sich die intelligente Datenbank merken können. aceMedia schließt sogar von den einzelnen Bildelementen auf einen Zusammenhang - etwa von blauem Himmel, Bergen und einer Kuh auf ein Bergpanorama. aceMedia soll sich sowohl auf Handys als auch auf Rechnern nutzen lassen. Praktisch: Die ganzen Bilder der letzten Monate und Jahre wären so mit einem Schlag ordentlich sortiert. Mit der Katalogisierung der Fotobestände auf aceMedia zu warten, lohnt sich aber leider nicht. Was das FIT hier auf der CeBIT zeigt, ist nur ein Prototyp der Software. Bis zur Marktreife kann es noch eingie Jahre dauern. Damit dies schneller geht, fördern die Europäische Union, verschiedene europäische Universitäten sowie Unternehmen wie unter anderem Motorola, Philips Electronics oder France Telecom das Projekt.

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