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Bill Gates beleidigt Chinesen

12.09.2005 | 15:24 Uhr |

Ein ehemaliger Mitarbeiter von Microsoft wirft vor Gericht Bill Gates verbale Attacken gegen Chinesen vor.

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Dr. Kai-Fu Lee, ehemaliger Experte für Suchmaschinen und Übersetzungen bei Microsoft, berichtet vor Gericht über Bill Gates’ angebliche Attacken gegen die Chinesen. Gates sei frustriert über den mäßigen Erfolg seiner Firma beim Versuch, den chinesischen Markt zu erobern. Seine Aussagen sollen sogar in rohen Beschimpfungen über das chinesische Volk gegipfelt haben. Zuvor hatte Microsoft Lee wegen eines angeblichen Vertragsbruches verklagt. Dieser soll, so die Gates-Company, sein vertraglich gebundenes Versprechen, ein Jahr nach seiner Kündigung bei keinem Konkurrenzunternehmen zu arbeiten, gebrochen haben.

Lee ist mittlerweile bei Google angestellt dem härtesten Rivalen auf dem Suchmaschinenmarkt.

In Redmond gab man unterdessen etwas widersprüchliche Stellungnahmen zu dem Thema von sich: So beteuerte man anfangs, dass Gates keine derartigen Aussagen getätigt haben soll, fügte aber mittlerweile hinzu, dass man diesen Kommentar wieder zurückziehe.

Nun folgte die schlichte Meldung, man wolle vor Gericht Google und Dr. Lee dazu bringen, den ausgehandelten Vertrag über die Geheimhaltung von wettbewerbsrelevanten Informationen, einzuhalten.

Im Juni diesen Jahres überraschte Microsoft-CEO Steve Ballmer schon einmal mit einer etwas scharfen Aussage in Bezug auf China. Im Reich der Mitte läge die Softwarepiraterie bei 90 Prozent und Microsoft wäre im Rahmen seiner Marktoffensive in China dazu gezwungen worden, diese schlichtweg zu akzeptieren, so Ballmer. Am Ende fügte er aber auch hinzu, dass es ihm lieber sei, wenn Microsofts Produkte kopiert würden, als die der Konkurrenz.

Chinesische Quellen bezeichneten Gates’ Beschimpfungen unterdessen als „unnütz und möglicherweise schädlich“, was Microsofts Expansionspläne in China angeht.

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