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Bill Gates im Interview mit Le Figaro

27.10.2005 | 15:25 Uhr |

In einem Interview mit der französischen Zeitung Le Figaro prophezeite Microsoft-Boss Bill Gates den Niedergang der Printmedien, äußerte sich kritisch zu Billig-PCs für Entwicklungsländer und sprach außerdem über Microsofts Konkurrenten im IT-Markt.

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Bill Gates, Gründer und Chefentwickler von Microsoft meint auf die Frage hin, wo sich die technische Entwicklung in den nächsten fünf Jahren hin bewegen wird, dass schon sehr bald die Hälfte aller Medien online konsumiert werden wird. Darin sieht er den Niedergang der Print-Presse begründet und deshalb müsse sich diese so rasch wie möglich um eine Ausweitung des Angebotes auf das Internet bemühen, um einer drohenden Abwanderung der Leserschaft entgegen zu wirken.

Auf die Frage, ob Telefonieren irgendwann kostenlos sein wird, antwortete Gates ausweichend mit einer Prognose für das Zusammenwachsen des Fernseh- und Telefonmarktes. Die reine Sprachübertragung sei kein zukunftsfähiges Produkt mehr, vielmehr sei zu beobachten, dass immer mehr TV-Kabelgesellschaften ihre Netze für die Datenübertragung öffneten und gleichzeitig Telefonanbieter auch verstärkt an einer Video- und Datenübertragung arbeiteten, was die Konkurrenzsituation in diesem Marktsegment enorm verschärfe.

Außerdem meldete Gates Zweifel am Erfolg des 100-US-Dollar PCs von Negroponte an. Das Projekt soll Entwicklungsländern einen möglichst günstigen Einstieg in das Internetzeitalter ermöglichen. Doch Gates sieht keinen Sinn in einem Gerät, bei dem man „zehn Minuten kurbeln muss, um eine Minute Betrieb zu ermöglichen.“ Außerdem stelle nicht der Gerätepreis sondern vielmehr der Aufwand für Internetzugänge Entwicklungsländer vor finanzielle Probleme. Am Ende werde man mehr Geld für einen Internetzugang ausgeben müssen, als für das Gerät selbst.

Zum Schluss kam Gates auch noch auf die gegenwärtige Konkurrenzsituation im IT-Markt zu sprechen. Nach wie vor seien Google im Internetbereich und Sony mit der Playstation die größten Rivalen. Microsofts Vorteil bestünde jedoch darin, dass man die hauseigenen Innovationen integriert anbieten könne. Gates selbst äußerte sich zufrieden über die Innovationskraft seines Unternehmens und wies den Vorwurf der Behäbigkeit von Microsoft zurück. Große Entwicklungen seien bislang immer von Firmen gekommen, die zehn Jahre und mehr darin investiert hätten und verwies hierbei auf Technologien wie die Spracherkennung, den Tablet-PC oder Fernsehen über das Internet.

Info: Golem

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