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Billiger geht nimmer

27.03.2006 | 10:56 Uhr

Das Telefonieren mit dem Handy wird nach Einschätzung des Discount-Anbieters Simyo so schnell nicht mehr billiger.

"Bei den Preisen haben wir vorläufig das Ende der Fahnenstange erreicht", sagte Simyo-Gründer und Geschäftsführer Rolf Hansen der dpa in Düsseldorf. Das Unternehmen, das seit knapp zehn Monaten Billigtarife über das Internet anbietet, verlangt für eine Telefonminute rund um die Uhr 16 Cent in alle Netze und für eine SMS elf Cent. "Viel günstiger kann es allein wegen der Einkaufspreise nicht werden", sagte Hansen. Einzelne Wettbewerber böten zwar "Signalpreise" von 14 Cent je Minute an, doch sei dann meist die Taktung ungünstiger und die SMS teurer.

Die Discount-Anbieter, die auf eine teure Vertriebsorganisation verzichten und ihre Telefonminuten ausschließlich über das Internet verkaufen, haben den deutschen Markt kräftig in Bewegung gebracht. Nach dem Start von Simyo sind ein halbes Dutzend weiterer Discount-Anbieter in den Markt gestartet und auch Einzelhändler wie Aldi und Tchibo haben ihre Aktivitäten verstärkt. "Seit November ist kein neuer Wettbewerber aus dem Online-Bereich dazu gekommen", sagte Hansen. "Das kann auch schon ein erstes Anzeichen für eine Konsolidierung sein." Die Tarife auch der etablierten Anbieter sind um mehr als zehn Prozent gesunken.

Bislang nutzen nach Schätzungen mehr als eine Million Handy-Nutzer die Angebote der Discount-Anbieter. "Wir schätzen das Marktpotenzial mittelfristig auf gut 20 Prozent der Gesamtmarktes; das entspricht mehr als 15 Millionen Kunden", erklärte Hansen, der gemeinsam mit drei Partnern zehn Prozent von Simyo hält. Die übrigen 90 Prozent gehören dem Netzbetreiber E-Plus. Durch die günstigen Tarife der Discounter werden die Kunden nach Hansens Einschätzung auch ihr Telefonier-Verhalten verändern und das Handy mehr nutzen. "Da liegt Deutschland in Europa noch ziemlich weit hinten."

Simyo habe als erstes Unternehmen im Markt einen Startvorteil gehabt und sei immer noch Marktführer unter den Discountern. Genaue Zahlen gibt das konzernabhängige Unternehmen nicht preis. Mit nur 27 Mitarbeitern seien die Fixkosten sehr überschaubar und der größte Kostenblock, die Marketing-Aufwendungen, ließen sich flexibel steuern. "Um die Profitabilität und Zukunftsträchtigkeit des Geschäftsmodells mache ich mir keine Sorgen", sagte der Simyo-Chef. (dpa/tc)

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