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Bitte keine Werbung!

23.12.2002 | 11:18 Uhr |

Spam vermeiden kann nur derjenige, der seine Adresse nicht preis gibt. Wer dennoch in der Datenbank eines Spammers gelandet ist, muss sich wehren.

Schutz vor unerwünschten E-Mails: Spam vermeiden kann nur derjenige, der seine Adresse nicht preis gibt. Wer dennoch in der Datenbank eines Spammers gelandet ist, muss sich wehren. Mit der passenden Software, Filtern und Mail-Konten lässt sich auch am Mac spamfrei leben von Jörn Müller-Neuhaus

Sie begrüssen einen morgens, mittags und abends. Am Arbeitsplatz genauso wie zu Hause. Nirgends ist man vor ihnen sicher, immer kosten sie Zeit, Geld und Nerven: Spam-Mails - digitale Postwurfsendungen. Anders als etwa Computerviren machen die ungeliebten Werbe-Mails auch keinen Halt vor Macs. Einer Studie des Anbieters von Anti-Spam-Technologie Brightmail zufolge, gab die Hälfte aller befragten Internet-Nutzer sogar an, dass der Anteil der Spam-Mails in den letzten zwölf Monaten um bis zu 50 Prozent gestiegen sei.
Das technische Akronym für ungebetene Werbe-Mails lautet UCE - für Unsolicited Commercial E-Mail. Im Internet etabliert haben sich dagegen die Begriffe Spam- oder Junk-Mail. Spam verdankt seinen Namen dem amerikanischen Dosen-Schinken, der 1970 durch einen Monty-Python-Sketch berühmt wurde. In dem Sketch singen Wikinger permanent "spam" und stören so die Unterhaltung in einer Kneipe. Da Werbe-Mails im Internet nichts anderes tun, als einen Kommunikationskanal zu verstopfen, etablierte sich in Analogie zu Monty-Python der Begriff Spam-Mails. Weniger humorvoll bezeichnet der ebenfalls übliche Begriff Junk das, was solche Mails wirklich sind: Müll.

Werbung über ausländische Versender


In Deutschland sind Spammings verboten, wenn die Empfänger nicht ausdrücklich zugestimmt haben, solche Werbebotschaften erhalten zu wollen. Nur sind es meist keine deutschen Firmen, die ungebetene Massen-E-Mails auf den Weg bringen. Durch die liberaleren europäischen Richtlinien werben etwa englische Zigarettenhändler mit Sonderangeboten oder auch amerikanische Finanzagenturen mit billigen Krediten. Selbst dubiose Porno-Junk-Mails, in deren Header ein deutscher SMTP-Server steht, verdankt man oftmals asiatischen und nicht den heimischen Versendern. Aufschluss darüber gibt nur die ursprüngliche IP-Adresse in der Form 213.113.52.xx (siehe Macwelt 11/2001, Seite 58). Auf wen diese registriert ist, kann man entweder bei Apnic (www. apnic.net) für Asien, Arin (www.arin.net) für USA oder Ripe für Europa (www.ripe.net) überprüfen. Allerdings dürfen laut Datenschutzgesetz die Informationen über deutsche Betreiber seit Ende 2001 nicht mehr Preis gegeben werden.

Adressen geheim halten


Seriöse Werbe-Mail-Versender greifen fast ausschließlich auf so genannte Opt-in-Listen zu. Das sind Mailinglisten, bei denen jeder eingetragene Anwender sich einverstanden erklärt hat, Werbe-Mails zu empfangen. Softwarehersteller oder Online-Versender setzen zum Beispiel Opt-in-Checkboxen bei der Registrierung ihrer Kunden ein, Betreiber von Gratis-Mailboxen holen sich das Einverständnis des Benutzers, um ihm später Werbe-Mails schicken zu dürfen. Opt-out-Listen, wie etwa die bekannte Robinsonliste (www.erobinson.de), auf denen sich Anwender eintragen können, um sich explizit vor Werbesendungen zu schützen, sind dagegen kein adäquates Mittel gegen Spam. Zum einen unterstellen solche Listen - laut Deutschem Direktmarketingverband (DDV) - allen nicht eingetragenen Anwendern, dass sie nichts gegen Werbe-Mails haben; zum anderen missbrauchen unseriöse Spammer solche Listen als Spam-Datenbank. Und Versender aus dem Ausland halten sich auch nicht an solche Listen.
Probate Gegenmittel
Beste Prophylaxe ist es daher, seine E-Mail-Adresse möglichst nicht publik zu machen. Oder eine zweite zu verwenden, die man in Mailinglisten, in Newsgroups oder zum Registrieren benutzt. So verhindert man, dass die Hauptadresse unautorisiert weitergegeben wird. Um
E-Mails zu sammeln, setzen Spammer häufig so genannte "Spambots" ein, die E-Mail-Adressen auf Homepages aufspüren und auslesen. Die Freeware Spamstopper 1.3 für Mac-OS 9 und X schiebt dem einen Riegel vor, indem sie E-Mail-Adressen so kodiert, dass Spambots sie nicht mehr als Adressen erkennen. 4D bietet Webmastern für den Webstar-Server etwa Poison-E-Mail-Adressen, die Spambots sogar zum Absturz bringen. Einfachere Möglichkeiten sind E-Mail-Adressen nur als Grafiken zu veröffentlichen, in ein Javascript zu packen oder mit Namenszusätzen wie redaktion@m a c w e l t.de (mit Leerzeichen) zu veröffentlichen. Andere Namenszusätze wie etwa redaktion@NOSPAM macwelt.de lassen sich zu leicht per Suchen-und-Ersetzen-Funktion entschlüsseln.

Fazit


Spam-Mails sind die Geißel des Internets. Mit der einfachen Regel: "Gib niemandem Deine
E-Mail, den Du nicht kennst!" lässt sich vermeiden, dass die eigene E-Mail-Adresse auf Spamming-Listen landet. Junk-Mail-Filter und simple Regeln im E-Mail-Programm helfen, Spam-Mail automatisch auszusortieren. Wem das nicht reicht, der kann auf ausgeklügelte Werkzeuge zurückgreifen oder sich ein kostenpflichtiges spamfreies Mail-Konto zulegen.

Den kompletten Text mit weiteren Informationen erhalten Sie mit Macwelt 2|2003 ab dem 30. Dezember

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