1055495

Häftlinge zum Online-Spielen gezwungen

27.05.2011 | 06:59 Uhr |

Es klingt zu bizarr, um wahr zu sein – Häftlinge in China müssen online Monster & Dämonen jagen. Wer zu langsam ist, wird verprügelt.

In einem chinesischen Gefängnis wurden offenbar Häftlinge dazu gezwungen in 12-Stunden-Schichten Online-Games wie World of Warcraft zu spielen. Die englische Zeitung Guardian berichtet von einem ehemaligen Häftling, der eigenen Aussagen zufolge spielen musste, bis er kaum noch etwas auf dem Bildschirm erkennen konnte.

Die Häftlinge wurden von den Wärtern als Gold-Farmer eingesetzt. Unter diesem Begriff versteht man jemanden, der durch ständiges Wiederholen einfacher Tätigkeiten die virtuelle Spiele-Währung verdient. Diese wird dann beispielsweise über Online-Auktionshäuser gegen reales Geld verkauft. Vorteil für den – meist amerikanischen oder europäischen – Käufer: Er spart Zeit und kann sich schneller gute Ausrüstung kaufen.

Für die Wärter scheint das Modell profitabel zu sein. Laut Guardian verdienten sie damit über 500 Euro am Tag. Die Häftlinge sollen nie etwas von dem Geld gesehen haben. Schlimmer noch: Wenn sie ihre Quoten nicht erfüllt haben, sollen sie mit Plastikrohren geschlagen worden sein.

Schätzungen gehen davon aus, dass rund 80% aller Gold-Farmer aus China kommen. Weltweit soll es rund 100.000 Menschen geben, deren Vollzeit-Beschäftigung Gold-Farming ist. Beim Gold-Farming sollen sie oft mehr Geld verdienen können, als etwa in der Fabrik.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema Gold-Farming? Schreiben Sie diese ins Kommentarfeld unter dem Artikel!

0 Kommentare zu diesem Artikel
1055495