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Blackberry will Apple-Apps per Gesetz

22.01.2015 | 17:21 Uhr |

Der Blackberry-CEO wendet sich an die Politik und definiert Netzneutralität zur "App-Neutralität" um. Apple solle seine Dienste auch auf Blackberrys anbieten.

"Es gibt Uneinigkeit über die Definition von Netzneutralität, meist dreht sich die Diskussion um Netzbetreiber. Blackberry glaubt, dass sich die Politik nicht nur auf Betreiber konzentrieren sollten. Gesetzgeber sollten auch Offenheit für Anwendungen und Inhalte verlangen." So schreibt es Blackberry-CEO John Chen in einem Blogbeitrag auf der Unternehmensseite. Er klagt: Obwohl es den Blackberry Messenger auch für iOS gebe, erlaube Apple es nicht, das eigene iMessage auch als App für Blackberrys oder Android zu installieren. 

Auch Netflix würde Blackberry-Nutzer "diskriminieren", obwohl der Videostreamingdienst selbst für Netzneutralität einstehe. Denn: auch Netflix gebe es nicht für Blackberrys. Chen beklagt sich, dass viele App-Anbieter nur für iOS und Android entwickeln und so ein Zwei-Klassen-System geschaffen hätten: iOS und Android – die Zugriff auf viel mehr Inhalte bieten – und den Rest. Dies sei diskriminierende Praxis, was exakt das sei, was Befürworter der Netzneutralität bekämpfen würden, so der Blackberry-Chef.

Seine abschließende Forderung: "Alle Mobilfunknutzer müssen Zugriff auf die gleichen Apps und Inhalte erhalten" und es müsse "Appanbietern verboten sein, Nutzer aufgrund ihres genutzten Betriebssystems zu diskriminieren ." John Chen ist seit 2013 CEO bei Blackberry und versucht, den angeschlagenen Smartphone-Pionier wieder auf Kurs zu bringen. In den Medien wird der offene Brief Chens spöttisch beäugt und als pure Verzweiflung interpretiert. "Blackberry-Chef fordert abgrundtief dummes Neutralitätsgesetz" titelt beispielsweise die PC-World .

Info: Offener Brief von John Chen

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