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Blättern im E-Book soll das Lesen revolutionieren

26.05.2003 | 10:56 Uhr |

Goethes "Faust" schwärmt der kauzige Gelehrte Wagner davon, wie er bei gewissenhafter Lektüre von "Zeile zu Zeile, von Blatt zu Blatt" wandelt.

Für seine bildungsbürgerliche Beflissenheit wird Wagner vom Universalgelehrten Faust recht ironisch abgebürstet. Heute würde Wagner keinen Folianten in Händen halten, sondern Hewlett-Packards "Digital Media Viewer". Das ist ein so genanntes elektronisches Buch (E-Book). Diese Medien sollten schon vor Jahren der absolute Kassenknüller werden. Sie haben sich als kapitaler Flopp herausgestellt.

HP hat sein bislang nur als Beta-Version vorliegendes E-Book nun mit einer Software ausgestattet, die die Anmutung eines "echten" Buches angeblich sehr viel besser nachahmt, als bisherige E-Books. So könne der Anwender mit einer Touchpad-Funktion Seiten umblättern wie bei einem herkömmlichen Buch. Die Viewer sind leichtgewichtig und etwa so groß wie ein aufgeschlagenes Buch. Die Auflösung des Displays entspricht der "gewöhnlicher" Notebooks, hieß es.

HP- Manager sagten allerdings, es gebe momentan keine Pläne, solche Systeme als HP-Produkte zu verkaufen. 30 dieser E-Books werden intern bei HP getestet, um herauszufinden, welche Art von digitalen Geräten Benutzer interessen könnten. Allerdings sehen HPs Forscher selbst noch Beschränkungen, die die großflächige Nutzung von E-Books verhindern dürfte: Weder die Auflösung des Displays noch der Stromverbauch über Batterien sei angetan, heute schon große Käuferschichten für die Geräte zu begeistern. (jm)

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