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Blei und Stromverbrauch – Wie PCs die Umwelt belasten

12.03.2007 | 18:01 Uhr |

Greenpeace hat mit seiner Kritik an Apple darauf aufmerksam gemacht: Computer enthalten gefährliche Schadstoffe und belasten als Elekronik-Schrott die Umwelt. Auch der Stromverbrauch ist nicht ohne: Weltweit müssen laut einer AMD-Studie 14 Kraftwerke mit einer Leistung von mindestens 1.000 Megawatt laufen, um Rechenzentren mit Strom zu versorgen.

© Martin Strang

Hinzu kommen etliche Millionen PCs in Haushalten und Unternehmen. Aber auch die Herstellung und die Entsorgung belasten die Umwelt. Verbraucher sollten sich beim Kauf eines Rechners nach Umweltaspekten erkundigen und zu Hause dessen Stromverbrauch in Zaum halten.

Strom sparen – Bildschirmschoner deaktivieren

Dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden zufolge steht in rund 25 Millionen deutschen Haushalten mindestens ein Computer. Ein durchschnittlich ausgestatteter PC ziehe etwa 75 Watt, heißt es bei der Deutschen Energie-Agentur (Dena) in Berlin. Angenommen, jeder Haushalt nutzt seinen PC eine Stunde am Tag, ergäbe das einen ein Verbrauch von 1.875 Megawattstunden. Ein durchschnittliches Kraftwerk braucht rund zwei Stunden, um diese Menge an Energie bereitzustellen. Dies ist eine vorsichtige Rechnung, denn High-End-Rechner können auch 295 Watt benötigen. Und PCs, die im Büro den halben Tag laufen, sind nicht berücksichtigt. Das Nutzerverhalten beeinflusst den Stromverbrauch: «Deshalb immer die Energiesparfunktion aktivieren!», rät Mona Finder von der Dena. Ruht die Arbeit am PC, wird der Monitor ausgeschaltet. Bewegte Bildschirmschoner seien Relikte früher Computertage: «Die verbrauchen eher noch mehr Strom, und den Bildschirm schonen sie auch nicht.» Wie viel Energie und Wasser und welche Menge an Rohstoffen die Herstellung eines PCs schluckt, lässt sich lediglich schätzen.

15 Kilo Rohstoffe für einen einzigen Prozessor

Die Hersteller nennen keine Zahlen - oder haben sie selbst nicht. Es gebe Schätzungen, nach denen für einen Prozessor 15 Kilo Rohstoffe benötigt werden, sagt Martin Hojsik von Greenpeace International in Bratislava in der Slowakei. Sicher ist, dass in und an einem PC wertvolle Materialen stecken, so dass sich das Recycling lohnt: Besonders interessant ist dabei das Gehäuse, das meist zumindest teilweise aus Metall bestellt. «Metall erzielt derzeit gute Preise», sagt Andreas Habel vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) in Bonn. Auch Silber und Gold stecken im PC - aber nur in geringen Mengen. Spulen und Kabel enthalten zudem Kupfer. Jährlich fallen allein in Deutschland rund 1,8 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Das reicht, um einen Güterzug zu füllen, der von Flensburg nach München reicht. Mehr als die Hälfte davon entfällt aber auf Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen. IT-Schrott macht 114.000 Tonnen aus – Tendenz steigend. Habel geht davon aus, dass die Menge jedes Jahr um drei bis fünf Prozent wächst.

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