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Blick auf das Wesentliche

28.06.2004 | 22:16 Uhr |

Keine neuen Macs, dafür aber längst überfällige neue Displays. Dies ist das Hardware-Resumee von Steve Jobs' Keynote auf der WWDC 2004 in San Francisco.

Apple hat sich lange Zeit gelassen, um die eigene Monitor-Linie zu überarbeiten. Genau vor einem Jahr erblickte der Power Mac G5 mit seinem eleganten Aluminium-Look das Licht der Welt. Die noch im transparenten G4-Design gehaltenen Studio- und Cinema-Displays wollten nicht mehr so recht dazu passen. Nun also lichtet sich das Dunkel. Die neuen Monitore sind da.
Nicht überraschend ist das Material aus dem die Gehäuse bestehen. Apple wählt wie beim Power Mac G5 und den aktuellen Powerbooks gebürstetes Aluminium. Farblich und auch haptisch passen die Monitore somit perfekt zu den Rechnern. Überraschend jedoch ist, dass Apple den ADC-Anschluss, im July 2000 eingeführt, komplett fallen lässt. Der Port erweist sich wohl inzwischen als zu teuer und zu unflexibel, wenn es darum geht, Displays mit höherem Stromverbrauch anzuschließen. ADC ist eine Erweiterung von DVI. Zusätzlich zu den analogen und digitalen Bildsignalen führt der ADC-Anschluss auch noch die Versorgungsspannung und die USB-Signale zum Monitor. Der Vorteil: man braucht nur ein einziges Kabel vom Mac zum Monitor zu führen und er ist voll einsatzbereit. Auf diesen Vorteil muss man bei den neuen Displays dennoch nicht verzichten. Ein einziges Kabel führt alle Signale und die Stomversorgung vom Monitor weg, am Mac jedoch spaltet sich das Kabel auf und man muss DVI, USB und Firewire separat einstecken. Dafür lassen sich die neuen Displays nun ohne zusätzliche Adapter auch mit alten DVI-Macs oder an PCs mit DVI-Schnittstelle betreiben.

Mammut-Monitor

Gerüchteweise wurde schon im Vorfeld bekannt, dass Apple als erster Monitor-Hersteller ein 30-Zoll-Desktop-Display bringen soll. Dies hat sich nun bewahrheitet. Das Top-Modell arbeitet mit der rekordverdächtigen Auflösung von 2560 x 1600 Punkten. Es stellt damit HDTV in voller Auflösung dar und lässt zudem noch Platz für Paletten, Fenster und andere Bedienelemente. Ein ideales Gerät zum Einsatz an Videoschnittplätzen mit Final Cut Pro. Apple Unterstreicht damit seinen Anspruch, im professionellen Videoumfeld weiter Fuß zu fassen. Leider hat diese gewaltige Auflösung auch einen Nachteil: das Display arbeitet nur an einer speziellen Nvidia Geforce 6800 Ultra DDL Grafikkarte in einem Power Mac G5. Die Karte verfügt über zwei so genannte Dual-Link-DVI-Ausgänge. Ein normaler DVI-Port reicht nicht mehr aus, um die knapp 4,1 Millionen Vollpixel in Echtzeit zu übertragen. Dank der zwei Dual-Link-Ports kann die Grafikkarte sogar zwei 30-Zoll-Monitore gleichzeitig ansteuern. Wegen des überdimensionalen Lüfters belegt die Geforce 6800 zwei Slots (den AGP und einen PCI-Slot) und schlägt mit weiteren 670 Euro zu buche. Besitzer älterer Macs können sie leider nicht nachrüsten, da sie einen AGP-8X-Steckplatz voraussetzt, den erst der G5-Mac bietet.
Die beiden kleineren Monitor-Modelle verfügen über die schon bekannten Panelgrößen von 20- und 23 Zoll bei Auflösungen von 1680 mal 1050 respektive 1920 mal 1200 Pixel. Auch hier setzt Apple auf das neue Gehäuse aus Aluminium. Ein oft gewünschtes Feature, die Vesa-Montagehalterung ist nun bei allen Alu-Displays möglich, kostet aber 30 Euro extra.
Das frühere Einstiegsmodell mit 17-Zoll Bilddiagonale bleibt weiter im Programm. Apple hat den Preis um 11 Euro auf 800 Euro gesenkt.

Firewire und USB an Bord

Zusätzlich zu den zwei USB-Ports, die auch schon die Vorgängermodelle hatten, finden sich nun auch zwei Firewire-Schnittstellen an der Rückseite der Displays. Damit hat das Krabbeln unter den Tisch in den meisten Fällen ein Ende. Leider sind die Firwire-Ports nur bis 400 MBit/s schnell. Wer eine schnelle Firewire-800-Platte anschließen will, muss sich entweder mit halber Kraft zufrieden geben oder nach wie vor abtauchen. Die USB-Anschlüsse arbeiten nach der Version 2.0, verkraften also Datenströme bis 480 MBit/s.

Preise

Die Preise der Monitore hat Apple allgemein etwas gesenkt. Das Einstiegsmodell liegt mit 1400 Euro leicht über dem Preis vergleichbarer Produkte renommierter Hersteller wie zum Beispiel Eizo. Das 23-Zoll-Cinema-Display kommt mit 2270 Euro etwas besser weg. 23-Zoll-Monitore anderer Hersteller liegen hier auf ähnlichem Preisniveau. Das Apple-Topmodell steht derzeit noch konkurrenzlos da. Seinen Preis von 3740 Euro ist es allein deswegen schon wert.

Fazit

Eine kleine Sensation ist das 30-Zoll-Display schon, wenn die meisten auch einen neuen iMac erwartet haben. Die Optik der Monitore dürfte in den kommenden Monaten sicherlich wieder für Designpreise sorgen. Sobald uns die Geräte zur Verfügung stehen, werden wir sie ausführlich in der Macwelt testen.

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