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Blindenschrift mit Tinte

11.05.2006 | 11:34 Uhr |

Studenten der Berner Fachhochschule haben einen Blindenschrift-Drucker entwickelt, der auf Ink-Jet-Basis arbeitet.

Anders als handelsübliche Blindenschrift-Drucker arbeitet der Prototyp nicht mit einem Prägeverfahren, sondern mit Tintenstrahl-Technik. Der Drucker benötigt auch kein teures Spezialpapier, um die Braille-Schrift drucken zu können. Man kann jedes herkömmliche Papier zum Drucken verwenden.

Die Studenten haben einen herkömmlichen Business-Drucker umgebaut. Der Prototyp ist vergleichsweise schwer und groß. Ein Seriengerät in der Größe eines A4-Tintenstrahldruckers soll aber möglich sein.

Die Studenten haben den Drucker über einen Zeitraum von drei Jahren entwickelt. Laut Professor Fritz Bircher war vor allem die Abstimmung zwischen Tinte und Druckkopf sehr zeitintensiv gewesen.

30 Blinde haben den Drucker bereits getestet. Sie lobten, dass die 0,3-Millimeter hohen Braille-Punkte gut zu lesen und auch haltbar seien. Auch Medikamentenschachteln soll man mit diesem Verfahren in Blindenschrift – wie es EU-Vorschriften bald verlangen – bedrucken können.

Das Projekt hat bei der vierten Burgdorfer Innopreis-Verleihung den Hauptpreis der Jury sowie den Publikumspreis gewonnen.

Info: Golem.de

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