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Blockspiel aus dem Ostblock: 20 Jahre "Tetris"

06.12.2005 | 11:03 Uhr |

Die einfachsten Spielideen sind in der Regel die genialsten. Das gilt für "Mensch ärgere Dich nicht" ebenso wie für Poker und sogar Schach. Und für Tetris.

Das Spiel mit den kleinen Blöcken wurde von hunderten Millionen Menschen in allen Teilen der Welt und in allen Varianten gespielt. Erfunden wurde es vor 20 Jahren von zwei Russen. Die Idee von Alexej Padschitnow war denkbar einfach. Angelehnt an das russische Brettspiel "Pentamino" ließ der damals 29-Jährige Programmierer einfach unterschiedliche, aber immer aus vier Quadraten bestehende Spielblöcke in ein Glas fallen. Kam eines unten an, folgte das nächste. Eine geschlossene Reihe brachte Punkte, ansonsten wuchs der Berg aus den Quadrattrümmern immer weiter und ließ das Glas schließlich überlaufen: Game Over.

Das Spiel war schnell entwickelt, Padschitnows Freund Wadim Gerassimow schrieb es so um, dass es auch auf westlichen IBM-Computern laufen konnte. Stundenlang spielten die beiden Freunde ihre Eigenentwicklung - schließlich hatten sie es nur dazu kreiert. An eine Verbreitung, erst recht einen Verkauf dachten beide nicht.

Doch das Spiel verbreitete sich schneller als jeder Computervirus, von denen auch die beiden Russen ein paar entwickelt hatten. Softwareläden gab es im Ostblock nicht, aber Tetris wurde einfach auf labberige 5,25-Zoll-Disketten geladen und gespielt, gespielt, gespielt. Diebstahl eigentlich, aber daran dachten damals noch nicht einmal die Erfinder. Der gerade 16-jährige Mitentwickler Gerassimow war stolz auf das Spiel, Tantiemen waren zweitrangig. Und Padschitnow Versuche, das Spiel zu verkaufen, scheiterten kläglich.

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