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Facebook verdrängt offenes Web

17.05.2010 | 10:52 Uhr

Während immer mehr Menschen auf Facebook aktiv sind, wird die private Nutzung des offenen Internets weniger, berichtet die New York Times. Obwohl Facebook versprochen hätte, die Welt offener zu machen und zu verbinden, bedeute diese Entwicklung eher das Gegenteil, so die Kritik.

"Die Statistik zeigt einen Anstieg bei Facebook , einen Rückgang bei Blogs und schon davor einen Rückgang bei privaten Websites", so Susan Herring, Professor an der Universität Indiana . Der Trend sei klar: Facebook ersetze diese anderen Formen der Online-Publikation.

Anstatt mehr Inhalte für das jedermann zugängliche offene Web zu liefern, sei immer mehr Content lediglich innerhalb von Facebook zugänglich. Die Größe des frei zugänglichen Internets ist schwer abzuschätzen. Bereits 2008 verkündete Google, dass über die Suchmaschine eine Billion Websites durchsucht werden könnten. "Das Schöne am Internet ist, dass es offen ist und jedermann darin suchen kann", so Matt Cutts, Entwickler bei Google. Große Teile von Facebook sind für Google jedoch ein blinder Fleck und können nicht erfasst werden.

In diesem Punkt würden sich die beiden großen Social Networks Facebook und Twitter fundamental unterscheiden. Während Facebook die Einträge der User von der Öffentlichkeit abschirmt, in diesem Zusammenhang allerdings immer wieder in die Kritik von Datenschützern gerät, richten sich Twitter-User mit ihren Postings zu großen Teilen an die gesamte Öffentlichkeit.

Diese Informationen sind damit auch im offenen Web verfügbar. Durch Social Networks wie Facebook würde sich hingegen das Nutzungsverhalten im Internet deutlich verändern. "Information ist immer weniger das, was wir im Netz suchen", so Anthony J. Rotolo, Assistenzprofessor an der Syracuse Universität . "Stattdessen erwarten wir, dass alles im sozialen Strom zu uns kommt." (pte/hal)

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