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Blue Security: Spam-Bekämpfer geben sich nach massiver Attacke geschlagen

19.05.2006 | 10:30 Uhr |

Das Unternehmen Blue Security hatte es sich zum Ziel gesetzt, die Spammer dieser Welt zu bekämpfen, in dem es sie mit hunderttausenden von Beschwerden über ihr Tun bombardiert. Ein Spammer schlug aber derart hart zurück, dass das Unternehmen die weiße Flagge zückte und seine Geschäftsbetrieb einstellte.

Das Unternehmen Blue Security hatte vor einiger Zeit sein System zur Spam-Abwehr vorgestellt (:wir berichteten). Der Plan: Wenn ein Anwender sich bei einem Spam-Versender meldet und über die ungewollt zugeschickten Werbebotschaften beklagt, dann wird ihm nicht zugehört. Also bombardierte Blue Security die Spam-Versender mit den Klagen aller seiner Kunden und das gleichzeitig. Das führte dazu, dass der Internet-Traffic so hoch war, dass die Spammer keine Mails mehr verschicken konnten. Einige zeigten sich einsichtig und willigten ein, an die Kunden von Blue Security keine Spam-Mails mehr zu versenden.

So weit, so gut. Wie die Washington Post nun aber meldet, schließt Blue Security seine Pforten. Grund dafür ist, dass ein vermutlich aus Russland stammender Spam-Versender einige tausend Rechner ahnungsloser Anwender dafür missbrauchte, um die Server von Blue Security mit Anfragen zu bombardieren. Außerdem wurde Blue Security von dem Spammer unmissverständlich gewarnt: Entweder ihr stellt eueren Betrieb ein oder alle eure Kunden werden demnächst mit Viren attackiert.

Blue Security zog die Konsequenz und stellte den Betrieb ein. "Es ist klar für uns, dass nur das Aufhören einen Cyber-Krieg verhindert, für den wir nicht die Autorität besitzen, ihn zu beginnen", so der Chef von Blue Security.

Beängstigend ist die Wucht der Attacke, die über Blue Security hereinbrach. Es wurde soviel Internet-Traffic generiert, dass nicht nur Blue Security nicht mehr erreichbar war, sondern auch viele andere Seiten betroffen waren.

Getroffen wurde auch der Internet-Dienst Tucows , der Blue Security unterstützte und aufgrund der Attacke mehr als einen halben Tag nicht erreichbar war. "Das war die größte Attacke, die wir jemals gesehen habe", sagte Tucows-Chef Elliot Noss und weiter: "Diese Attacke war so, als ob jemand versucht, einen Moskito mittels einer Atombombe auszuschalten." Laut Angaben von Noss hätten nur wenige Unternehmen eine derartige Infrastruktur, die einem solchen Angriff widerstehen könnte.

Das FBI ermittelt bereits, wer genau hinter der massiven Internet-Attacke steckte.

Blue Security hat indes gänzlich sein Geschäft eingestellt und auch die Website des Unternehmens, www.bluesecurity.com , ist nicht mehr zu erreichen.

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