1646384

Apple-Aktie verliert fast fünf Prozent

06.12.2012 | 09:30 Uhr |

Die Apple-Aktie hat gestern an der Nasdaq fast fünf Prozent ihres Wertes verloren und ist nach einem Minus von 27,33 US-Dollar mit 548,42 US-Dollar in New York aus dem Handel gegangen.

Dabei handelt es sich um den größten Verlust an einem Tag, Apple ist auf einen Schlag 35 Milliarden US-Dollar weniger wert. 37 Millionen Aktien haben gestern ihre Besitzer gewechselt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Auslöser des starken Kursverlusts dürfte eine am Mittwoch veröffentlichte Analyse der Marktforscher von IDC gewesen sein. Darin heißt es, Apple habe im Jahr 2012 Marktanteile im Tablet-Segment verloren und nehme nur noch 53,8 Prozent ein, im Vorjahr waren es 56,3 Prozent. Android-Produkte hätten hingegen von 39,8 Prozent auf 42,7 Prozent zugelegt. Weiterhin bestehen aber Befürchtungen, die Steuern auf Kapitalerlöse könnten im kommenden Jahr stark ansteigen, weswegen viele Investoren noch vor dem Jahreswechsel ihre Gewinne mitzunehmen versuchen. Die Apple-Aktie ist im Vergleich zu Jahresbeginn immer noch 33 Prozent im Plus, wenngleich 24 Prozent unter dem Allzeithoch vom September.

Um wieder auf Werte von 700 US-Dollar zu gelangen , benötige Apple aber mal wieder einen Volltreffer, meint der Analyst Brian Battle von Trust Capital Partners.Es handele sich hier nicht um einen kurzfristigen Trend, sondern um einen Test des Apple-Managements, wie es ohne Steve Jobs zurecht käme. Zuletzt hätte Apple lediglich mit einer Variante eines erfolgreichen Produkts aufwarten können, dem iPad Mini . Apple benötige jetzt aber einen weiteren Kracher, damit nicht langfristig Vertrauen verloren gehe.

Die Märkte bewerten AAPL hingegen zu streng, meint Daniel Ernst von Hudson Square Research. Der Kurs der Aktie sei "volatiler als Apples Innovationsstrom". Keine andere Firma habe mit Schlangen vor seinen Stores zu rechnen, wenn es neue Produkte gebe, der Kursverlust mache also keinen Sinn.

Einen weiteren Grund für den Kursverlust sieht Gene Muster von Piper Jaffray in einer Vereinbarung des Konkurrenten Nokia mit dem größten chinesischen Mobilfunkprovider China Mobile. Noch in diesem Jahr werde Nokia sein Lumia in China verkaufen und so womöglich Apple Anteile in dessen zweitgrößten Markt abjagen. Munster hält diese Befürchtungen jedoch für übertrieben, C hina Mobile werde auch weiterhin Geräte verschiedener Hersteller anbieten . Das Ende des Verfalls von AAPL liest Munster aus den Veränderungen der Handelsvolumina heraus, allenfalls um weitere zehn Prozent könne der Kurs noch fallen. Im nachbörslichen Handel hat der Kurs auch weiter nachgegeben.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1646384