Börse

Apples Aktienkurs wegen Steuerklippe unter Druck

20.11.2012 | 09:52 Uhr | Peter Müller

Die Apple-Aktie hat seit ihrem Allzeithoch Mitte September fast 200 US-Dollar oder mehr als ein Viertel ihres Wertes verloren - am Freitag letzter Woche fiel der Kurs kurzfristig bis auf fast 500 US-Dollar.

Die Turbulenzen im Apple-Management und rund um schlecht lieferbare neue Produkte sprechen dabei nur einen Teil der Wahrheit, berichten unsere Kollegen der Macworld UK . Mit ein Grund für die zuletzt stark angestiegenen Verkäufe ist die "Steuerklippe", auf die die USA zusteuern. Gelingt es Präsident Obama nicht bis Jahresende, mit den Republikaner sich auf ein neues Konzept für den Staatshaushalt zu einigen, drohen zum 1. Januar 2013 automatische Steuererhöhungen. So sieht das Gesetz etwa vor, die Steuern auf Aktiengewinne von derzeit 15 Prozent auf dann 35 Prozent zu erhöhen - wer jetzt sein Portfolio verkauft zahlt deutlich weniger Steuern als das im Januar der Fall sein würde. Apple hat zudem für seine rund 900 Millionen Anteile nur knapp 28.000 Investoren, die also im Schnitt mehr als 32.000 Aktien besitzen - gerade bei großen Volumina wird der Steuerunterschied in absoluten Zahlen beeindruckend groß.

Nach dem Allzeit-Hoch im September hat Apple Aktie fast
200 US-Dollar an Wert verloren.
Vergrößern Nach dem Allzeit-Hoch im September hat Apple Aktie fast 200 US-Dollar an Wert verloren.

Wie Apple an die US-Börsenaufsicht SEC gemeldet hat, trennte sich auch kürzlich ein leitender Manager von einer nicht unerheblichen Anzahl Aktien. Hardware-Chef Dan Riccio habe demnach rund 20.000 Aktien im Wert von rund 11 Millionen US-Dollar verkauft.

Gestern nahm das Papier an der Nasdaq jedoch wieder einen Aufschwung, der Kurs von 565,73 US-Dollar lag um 38,05 US-Dollar oder 7,21 Prozent über dem des Vortages. Anleger scheinen anscheinend Zuversicht zu gewinnen, der US-Kongress könnte die Steuerklippe doch noch umschiffen.

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