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Cisco ängstigt Tech-Branche - Aktie verliert 16 Prozent

12.11.2010 | 07:21 Uhr |

Ist der Aufschwung im Geschäft mit Informationstechnik schon wieder vorbei? Der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco, der angesichts seiner breiten Aufstellung als Barometer der IT-Branche gilt, hat die Anleger mit einem zurückhaltenden Ausblick geschockt.

Cisco 7960 VoIP-Telefon
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Am Donnerstag fiel die Aktie im frühen New Yorker Handel um satte 16 Prozent und zog andere Tech-Schwergewichte wie IBM oder Intel mit in die Tiefe. Sie verloren jeweils ein gutes Prozent.

Konzernchef John Chambers hatte zwar am späten Mittwoch die "soliden Finanzergebnisse" des ersten Geschäftsquartals (Ende Oktober) gelobt, doch sprach er im gleichen Atemzug von einem "schwierigen wirtschaftlichen Umfeld" . Seine Prognose für das laufende zweite Geschäftsquartal fiel entsprechend mager aus und blieb deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die mit einem weiterhin guten Lauf gerechnet hatten.

Cisco stellt Geräte für den Datenverkehr her, sogenannte Router und Switches. Cisco-Technik steckt in den meisten Firmen-Netzwerken und sorgt dafür, dass das weltumspannende Internet läuft. Die Zahlen des Konzerns spiegeln damit die Investitionsbereitschaft in verschiedensten Industrien wider. In jüngster Zeit mehrten sich bereits die Zeichen, dass Firmen wieder etwas zögerlicher in neue IT investieren, nachdem bis zum Sommer ein regelrechter Boom geherrscht hatte.

Wegen der Krise hatten viele Unternehmen ihre Neuanschaffungen von Hard- und Software auf Eis gelegt und waren nun gezwungen zu investieren. Im ersten Geschäftsquartal konnte Cisco seinen Umsatz dadurch um 19 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar (7,8 Mrd Euro) nach oben schrauben. Der Gewinn stieg im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar.

Cisco profitierte auch vom Ausbau der Netze, etwa für Videokonferenzen oder Film- und Serien-Downloads. Besonders in den USA sind Online-Videotheken wie Netflix beliebt. Zudem gewinnt die Internettelefonie immer mehr Fans. Zwischenzeitlich war Cisco sogar als Käufer für den Internettelefonie-Spezialisten Skype genannt worden.

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