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Börse reagiert heftig: AAPL verliert elf Prozent

24.01.2008 | 12:29 Uhr |

In den letzten Wochen hat die Apple-Aktie gut ein Drittel ihres Wertes verloren. Insbesondere der Ausblick auf das zweite Quartal löste einen Kursrutsch aus. Manchen Experten geht die Reaktion der Finanzmärkte zu weit.

Aufmacher Apple Bilanz
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Genug ist nicht genug: Während Apple sich über das beste Quartalsergebnis der Firmengeschichte freut, mäkelt die Wall Street, der Mac-Hersteller habe deren hohe Erwartungen nicht erfüllt und gebe nur trübe Aussichten für das zweite Quartal. Schon nach Bekanntgabe der Bilanz am Dienstag war die Apple-Aktie im nachbörslichen Handel um etwa zehn Prozent gefallen. Während des gestrigen Handelstages ging es zwischendurch noch tiefer runter, bis auf 126,14 US-Dollar. Am Nachmittag stabilisierte sich der Kurs aber wieder, mit exakt 139 US-Dollar ging das Papier aus dem Handel und war damit 18,05 US-Dollar oder 11,5 Prozent weniger wert als am Vortag. Die Verluste des DAX waren im Vergleich zu denjenigen der Apple-Aktie an der Deutschen Börse gar nichts, in Frankfurt waren Anteilsscheine des Mac-Herstellers zu Handelsschluss nur noch 89,60 Euro wert, der Verlust gegenüber dem Vortag betrug 18,40 Euro oder 17,04 Prozent. Am heutigen Donnerstag startete die Apple-Aktie jedoch mit Gewinnen, bis zum Mittag war der Kurs auf 97,19 Euro geklettert.

Erste Marktbeobachter geben nun kund, dass die Börse Apple zu unrecht zu hart bestraft habe. Der Mac-Hersteller ist bekannt für seine vorsichtigen Forecasts, die er meist übertrifft. Die Aussichten für das zweite Quartal 2008 sind zwar 14 Prozent unter denen der Analysten und Apple verkaufte im Weihnachtsgeschäft gut drei Millionen iPods weniger als es Optimisten erwarteten, die zahlen haben aber auch eine Kehrseite, merkt der Needham-Analyst Charles Wolf an: "das Macintosh-Geschäft brummt". Mit 2,3 Millionen Rechnern hat Apple so viele wie nie zuvor in einem Dreimonatszeitraum verkauft, gegenüber dem Vorquartal gar 200.000 Stück mehr. Die Margen sind im Mac-Bereich absolut höher als bei den iPods. Zudem, merkt Danielle Levitas von IDC an, halte Apple im 258 Milliarden US-Dollar schweren PC-Markt erst fünf Prozent Anteile und habe so bessere Wachstumschancen als im MP3-Player-Segment, den Apple seit Jahren dominiert. Die Chancen würde Apple bereits nutzen, von den in den Apple-Stores verkauften 500.000 Macs gingen nach Schätzungen der Experten rund die Hälfte an Neulinge. Einen Mac zu kaufen, bedeute für ehemalige Windows-Anwender einen großen Wechsel, meint Shaw Wu von American Technologies, die Produkttreue sei dann aber hoch und Umsteiger würden sich weitere Apple-Produkte zulegen.

Selbst die iPod-Zahlen würden nicht besorgen, meint Wu gegenüber der Business Week . Lediglich bei den Stückzahlen hinke Apple hinterher, die Umsatzerwartungen des Analysten habe Apple getroffen und lediglich weniger der günstigen iPod Shuffle verkauft.

In der einsetzenden Rezession müsse Apple lediglich mit Einbußen im iPod- und iPhone-Geschäft rechnen, gegenüber den negativen Auswirkungen des wirtschaftlichen Abschwungs sei die Firma aber besser gerüstet als andere Technikunternehmen, meint der Harvard-Professor David Yoffie. Apple verkaufe seine Rechner in einem Marktsegment der die geringste Preisempfindlichkeit zeige und ist daher weniger verwundbar als andere Hersteller. Charles Wolf sieht jetzt sogar den Zeitpunkt für den Einstieg in die Apple-Aktie gekommen: Man könne in eine Firma investieren, die Jahr für Jahr um 25 Prozent wachse, Rezession hin oder her.

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