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Börsendienst Xetra buggt

19.11.2001 | 00:00 Uhr |

München/dpa- Eigentlich sollte das Computersystem Xetra jahrelang rund um die Uhr ohne Probleme arbeiten. Doch der zweistündige Ausfall am Montagmittag ist bereits die zweite gravierende Störung des Systems für "Exchange Electronic Trading" (Xetra) innerhalb von vier Jahren. Am 18. Juli 2000 hatte die Xetra- Rechner bereits dreieinhalb Stunden lang stillgestanden. Damit entfernte sich Xetra wieder ein Stückchen von der nur theoretisch erzielbaren Verfügbarkeit von 100 Prozent.

Das Xetra-System besteht im Prinzip aus drei Stufen. In Frankfurt arbeitet ein zentraler Server (Xetra-Backend). Daran sind über Internet-Technologie (insbesondere das Internet-Protokoll TCP/IP) die so genannten Xetra-Frontends angeschlossen, über die die Xetra- Teilnehmer auf das System zugreifen. An diese Xetra-Frontends können wiederum weitere Rechner der Händler über eine programmierbare Schnittstelle ("VALUES API") zugreifen. Der zentrale Server ist durch Ersatz-Hardware gegen einen Ausfall gesichert.

Als Betriebssystem für den Xetra-Zentralrechner haben sich die Techniker der Börse für das sehr robust geltende VMS (Virtual Memory System) entschieden, das vom Computerhersteller Digital Equiment (DEC) entwickelt worden war. DEC ist im Computerkonzern Compaq aufgegangen, der wiederum vom IT-Hersteller Hewlett-Packard übernommen werden soll.

Im Juli 2000 konnten sich die Handelsteilnehmer nicht mehr auf dem Xetra-Rechner anmelden, weil sie sich technisch nicht auf dem Server authentifizieren konnten. Für die aktuelle Störung machte die Deutsche Börse einen Fehler im Netzwerkprogramm des Betriebssystems verantwortlich, das die Verbindung der Zentralrechner mit den Handelssystemen steuert. Eine Aktualisierung der Xetra-Software ("Release-Wechsel") am Montag sei dagegen nicht Ursache der Störung gewesen. (dpa)

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